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Wir haben uns als autonome antifa [w] 2009 gegründet und beschäftigen uns in theoretischer Auseinandersetzung und öffentlichen Aktionen mit gesellschaftlichen Kontinuitäten des Nationalsozialismus und neuen faschistischen Tendenzen. Uns geht es sowohl um die Konfrontation einer postnazistischen Gesellschaft, als auch der ständigen Unterdrückung des selbstbestimmten Lebens in einer kapitalistischen Weltordnung.

Als linksradikale antifaschistische Arbeit verstehen wir eine Kritik, die rechte Politik nicht als einzigen Gegenstand hat, sondern diese als Symptom eines auf Staaten, Nation und Kapital bauenden Systems begreift und dieses an seinen Wurzeln anzugreifen versucht. Reaktionäre Ideologien wie Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Antifeminismus lassen sich nicht alleine bei ausgemachten Nazis antreffen, sondern sind weit in der bürgerlich kapitalistischen Gesellschaft verankert. Eine Ordnung in der Arbeits- und Leistungszwang jedes Leben be- und verwertet impliziert Konkurrenz, repressive kollektive Identifikation – wie beispielsweise mit dem Konstrukt Nation, Geschlecht oder Kultur – und den Hass auf die „Anderen“. Deshalb gehen wir nicht nur gegen Neofaschist_innen auf die Straße, sondern auch gegen die kapitalistischen Verhältnisse, die die Grundlage menschenverachtender Ideologien darstellen. Unser Anspruch ist folglich nicht nur reagierend zu handeln, sondern politisch Stellung zu beziehen und den gesellschaftlichen Status Quo durch Kampagnen und Aktionen permanent zu kritisieren und zu sabotieren. Teil dieser aktiven Intervention ist die antikapitalistische und antifaschistische Aktion und Vernetzung über Wien, Österreich und den deutschsprachigen Raum hinaus. Ziel unserer Organisierung im kommunistischen „…ums Ganze!“-Bündnis sowie in der antiautoritären Plattform gegen Kapitalismus „Beyond Europe“ ist nicht die Formulierung eines alternativen, sich vereinzelnd abgrenzenden Lebenskonzepts in den herrschenden Verhältnissen. Vielmehr wollen wir durch Negation des Bestehenden über die konstruierten Grenzen hinaus auf gesellschaftliche Prozesse einwirken und auf ein Leben ohne Unterdrückung für alle hinarbeiten. Trotzdem halten wir es im Sinne eines aktiven, mahnenden und wachsamen Antifaschismus für nötig reaktionären Ideologien im Alltag auf allen Ebenen entgegenzutreten, da diese die lauteste Stimme und negativste Zuspitzung der kapitalistischen Normalität darstellen. Die Frage nach unserer eigenen Organisation und den Prozess der Reflexion und Dekonstruktion vortradierter Machtstrukturen und interner Hierarchien begreifen wir als notwendigen Schritt innerhalb unseres Handelns. Wir sind sozialisiert in ebenjener Gesellschaft, die wir kritisieren und unsere eigenen Positionen, unseren Umgang und unser Arbeiten miteinander entlang unserer Kritik zu reflektieren, sehen wir als eine akute Notwendigkeit unserer alltäglichen politischen Praxis. Neben unserer kontinuierlichen Arbeit veranstalten wir jeden dritten Dienstag im Monat das Antifa Cafe in der Wipplingerstraße 23, in dessen Rahmen wir Vorträge und Diskussionen organisieren. So wollen wir einen Raum schaffen, in dem Auseinandersetzungen und Debatten über aktuelle Geschehnisse, linksradikale Theorie, Geschichte und Perspektiven geführt werden können. Wenn dich unsere Arbeit interessierst, schau auf unsere Homepage, Facebook, Twitter, komm zum Antifa Cafe oder schreib uns eine Mail an afa_wien@riseup.net.