Antifa Café

+++ Wir wurden aus dem Raumkollektiv W23 ausgeschlossen. Das Antifa Café findet nunmehr im Ernst-Kirchweger-Haus statt. Die aktuellen Veranstaltungsorte findest du in den jeweiligen Veranstaltungen. Hier gibt’s unsere Stellungnahme zum Auschluss. +++


Das Antifa-Café findet jeden dritten Dienstag des Monats ab 19:00 in den Räumen des Ernst-Kirchweger-Hauses (Wielandgasse 2-4, 1100 Wien) statt. In der Regel wird es mit Vorträgen, Mobi- und Diskussionsveranstaltungen bespielt, außerdem gibt es Film- und Buchvorstellungen.

Es soll Raum geschaffen werden sich zu informieren, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Wir versuchen an jedem Abend vegane Speisen zu freien Preisen anzubieten, kühle Getränke gibt es garantiert.

Es versteht sich von selbst, dass es im Café keinen Platz für Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Nazis, Homophobie und andere Widerwärtigkeiten gibt!

Für eine starke, antifaschistische Linke! – Bis zum nächsten Dienstag!


Bevorstehende Veranstaltungen:

 

 

[epand title=“21.11.17 // Antifa Café: Buchvorstellung „Untergangster des Abendlandes – Ideologie und Rezeption der rechtsextremen ‚Identitären‘.“ tag=“h3″]

Die rechtsextremen „Identitären“ gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Akteur*innen des außerparlamentarischen Rechtsextremismus in Österreich. Ihr „Erfolgsrezept“ liegt einerseits darin begründet, sich nach außen hin vom Nationalsozialismus abzugrenzen und so behördlicher Repression nach dem „Verbotsgesetz“ aus dem Weg zu gehen und andererseits gesellschaftlich anschlussfähige Konzepte eines modernisierten völkischen Nationalismus zu propagieren. Dabei bedienen sie sich eines Straßenaktivismus, der geschickt mit Social-Media-Tools inszeniert und verbreitet wird.

Bisherige Auseinandersetzungen mit diesem relativ jungen Phänomen übernahmen nicht selten unkritisch Selbstbezeichnungen der „Identitären“ als „weder links noch rechts“ oder „Neue Rechte“ und ließen dahinter stehende ideologische Denkmuster meist zu kurz kommen.
Der vorliegende Sammelband nimmt daher eine kritische Analyse dieser Selbstinszenierungen vor, indem die hinter dem „identitären“ Denken stehenden Vordenker und Ideologeme wie (Neo-)Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus analytisch durchdrungen und mit anderen Formen des Rechtsextremismus in Verbindung gesetzt werden. Ergänzend werden bislang vernachlässigte Themen wie subkulturelle Bezüge der „Identitären“, propagierte Geschlechterbilder, Rhetoriken der Angst sowie ihr Verhältnis zu Islamismus und eurasischer Ideologie ins Zentrum der Analyse gerückt.

Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie sich der rechtsextreme Charakter der „Identitären“ begründen lässt und inwiefern von einer modernisierten Form des Rechtsextremismus gesprochen werden kann.

Untergangster des Abendlandes. Das Buch über die rechtsextremen Identitären. Mehr Infos zum Buch: http://www.marta-press.de/cms/verlagsprogramm-sachbuch/judithgoetzjosepmariasedlacekalexanderwinkler-untergangsterdesabendlandes

[/expand] [epand title=“19.12.17 // tba“ tag=“h3″] [/expand]

Vergangene Veranstaltungen:


17.10.17 // Österreich und die parteiförmige extreme Rechte nach der Wahl

Diskussion mit Heide Hammer (Kommunistin und Philosophin; war bei den Anti-Schwarz-Blau Protesten 2000 aktiv), FIPU (Forschungsgruppe Ideologien und Praktiken der Ungleichheit, www.fipu.at) und der autonomen antifa [w] (antinationale Gruppe. Organisiert im kommunistischen …umsGanze!-Bündnis und in der Plattform Radikale Linke)

Wie immer auch die Parlamentswahl am 15. Oktober ausgegangen sein wird – es wird in jedem Fall allerhand zu besprechen geben. Hat die FPÖ Platz 1 belegt, ist ihr gelungen, was selbst Haider verwehrt blieb und damit in einer präzedenzlosen Stärkeposition. Hat sie den ersten Platz verfehlt, wird das ihre Chancen auf eine Regierungsbeteiligung an der Seite von Kern oder Kurz sogar erhöhen. Der Abend beschäftigt sich mit der politischen Verortung der heutigen FPÖ im Kontext ihrer Geschichte, ihren Optionen nach der Wahl, den möglichen Auswirkungen des Wahlergebnisses für jene, die den Freiheitlichen als Feindbilder dienen – und der Frage, welche Interventionsmöglichkeiten und -notwendigkeiten sich für Antifaschist*innen daraus ergeben.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kritischen Einführungstage an der Uni Wien (https://krituni.noblogs.org/) und der Mobilisierung gegen eine mögliche FPÖ-Regierungsangelobung am Tag X (http://tag-x.mobi/) statt.

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/119669775442344/

19.09.17 // Kein Schlussstrich! Der NSU, die BRD und der rassistische Normalzustand. - Vortrag und Diskussion mit den Genoss*innen der Antifa nt aus München

Zwischen 1999 bis 2011 beging der NSU drei Bombenanschläge und zehn Morde, darunter neun an migrantischen Kleinunternehmern, sowie zahlreiche Banküberfälle. Erst im Jahr 2011 enttarnte sich die nationalsozialistische Terrorgruppe durch den Selbstmord von Böhnhart und Mundlos selbst. Zwar war der NSU das Werk von militanten Neonazis, ohne die Verwicklungen des Verfassungsschutzes, den Rassismus in Polizei und Gesellschaft hätte es ihn jedoch nie in dieser Form gegeben. Es gilt daher jene Faktoren zu analysieren, die dazu geführt haben, dass der NSU seine neonazistischen Terrorakte begehen konnte. Inwieweit bestehen die gesellschaftlichen Verhältnisse, die den NSU möglich gemacht haben, auch nach dessen Auffliegen fort? Außerdem soll es dem Vortrag um offene Fragen, den Prozess und die Aktionen am Tag der Urteilsverkündung gehen.

http://antifa-nt.de/
https://nsuprozess.net/

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/115126945830110

15.08.17 // Lauschiges Cornern in der Hofbar

Ihr kennt das sicher: man ist gerade vom Urlaub an der Côte d’Azur oder dem Strand von Podersdorf zurück und hat großes Bedürfnis, den Freund_innen und Genoss_innen alles nachzuerzählen! Nur: wohin? Das Gagarin hat gerade Sommerumbau (hat es wirklich!) und im Loco sind immer so stressige Leute. Kommt doch ins AntifaCafé! Im repräsentativen, urwiener „Hof-Ambiente“ lässt sich bei gemütlicher Stimmung und köstlicher gastronomischer Versorgung perfekt das ein oder andere Pläuschen abhalten! Und sollte die „Wir-sind-Afrika-Hitze“ wieder zurückkommen: umso mehr ein Grund, im lauschigen Gastgarten ein erfrischendes Getränk zu genießen.

Wer in Wien ist oder Wien besucht sollte diesen Place2Be auf keinen Fall verpassen!
Wir sehen uns: am Dienstag!

https://www.facebook.com/events/1730603066967488

18.07.17 // Hofbar Cornern

Die Saison ist zwar zu Ende, das Antifa Café macht jedoch keine Pause und geht zur Summer Edition über. Diesmal mit weniger Inhalt aber dafür mit mehr Alkohol: Bei sommerlichem Urlaubsflair servieren wir euch erfrischende NOG20 Soli-Bowle!
Und wenn die Zunge erst mal gelöst ist, können die skurrilsten Stories des G20 Wochenendes ausgetauscht werden, wie zum Beispiel der Moment, als Schweine fliegen lernten (siehe Beispielfoto oben)?!
Kommt zahlreich und lasst uns gemeinsam in der Hofbar cornern!

https://www.facebook.com/events/1535065149878387

20.06.17 // Just another tag o the wall - Rechte Symbole auf Wiens Straßen. - Broschürenvorstellung der Antifa15

Noch so eine Broschüre: Nach monatelanger Arbeit ist unsere Broschüre „Just another Tag on the Wall – rechte Symbole auf Wiens Straßen“ jetzt endlich da. In der Broschüre geht es um rechtsextreme Symbole in Wien und die dahinterliegenden Ideologien und Strukturen. „So was gibt’s doch schon zu Hauf“, denkt ihr euch jetzt wahrscheinlich. Mag sein. Aber wir glauben, dass unsere Broschüre durchaus einen neuen Beitrag für antifaschistische Praxis darstellt. Der Versuch war vor allem das Thema niederschwellig und allgemeinverständlich für (noch) nicht linksradikal sozialisierte Leser_innen aufzubereiten und dabei aber nicht auf linksradikale Gesellschaftskritik zu verzichten.

Wir hoffen, dass da etwas Brauchbares herausgekommen ist. Aber überzeugt euch am Besten selbst und kommt zum Antifa-Cafe zur Broschürenvorstellung am 20.06.2017 um 19:00 Uhr ins EKH.

Geplant ist eine kurze Vorstellung der Broschüre und eventuell inhaltliche Inputs. Ein guter Anlass, um auch zu diskutieren, wie eine niederschwellige Vermittlung von linksradikaler Gesellschaftskritik und antifaschistischer Praxis abseits des üblichen Kontextes möglich ist. Die Broschüre selbst sollte dann auch schon druckfrisch aufliegen.

Dem Anlass angemessen gibt es auch einen Sektempfang und superfancy Release-Party Snacks.

https://antifa15.noblogs.org/just-another-tag-on-the-wall-rechte-symbole-auf-wiens-strassen/

16.05.17 // Shut down the logistics of capital! Mobilisierungsvortrag zu den Protesten gegen G20


Beim folgenden Antifa Cafe im EKH werden wir uns mit dem G20 im Juli in Hamburg näher beschäftigen und unsere Mobilisierung dahin mit euch besprechen. Circa 800 Aktivist_innen aus ganz Europa haben bei der 2. Aktivierungskonferenz in Hamburg gezeigt, dass die G20-Proteste als grenzübergreifende Mobilisierung unterschiedlicher linker Spektren immer deutlichere Formen annehmen. Neben Großdemonstrationen und Aktionen in der Innenstadt ist für Freitag, den 7. Juli, auch der Hamburger Hafen ein Ziel verschiedener Protestaktionen. Hamburg ist mit seinem Hafen eine wichtige Drehscheibe der deutschen Exportwirtschaft und des globalen Warenverkehrs – und damit die passende Bühne, um Staat und Kapital einen Strich durch die Rechnung zu machen. Wir rufen dazu auf, den G20-Gipfel und die internationale Mobilisierung dagegen zu nutzen, um dort anzusetzen, wo es wirklich wehtun kann.

„Erdogan, Trump, Merkel und Co sind unterschiedliche Gesichter einer Wirtschaftsordnung, die die Mehrzahl der Menschen in ihrem Alltag zunehmend als organisierte Unmenschlichkeit erleben müssen. Ihr ist nicht mit Appellen an die Mächtigen beizukommen. Die Logistik ist heute eine der Schwachstellen des globalen Kapitalismus, die Halsschlagader des Kapitals. Hier können auch diejenigen streiken, die vom kapitalistischen „Fortschritt“ längst als „Überflüssige“ aussortiert wurden. Wir wollen im Hafen daher die logistischen Transportketten unterbrechen – symbolisch und mit massenhaftem zivilem Ungehorsam. Damit gehen wir dahin, wo es dem Kapitalismus wirklich weh tut. Denn eine Gesellschaft, in der Waren frei fließen können, aber Menschen tausendfach ertrinken müssen, verdient es blockiert zu werden.“

Auf folgende Fragen wollen wir dabei näher eingehen: Warum beschäftigen wir uns mit den zwanzig Charaktermasken und ihrem Treffen und warum haben wir Logistik als Schwerpunktthema gewählt? Was geht am Hafen und wie sieht die Protestchoreographie aus? Was sind die Essentials die ihr wissen müsst?

Alle Interessierten an einer gemeinsamen Anreise sollten bereits 30€ mitbringen, da wir die Bustickets direkt am Abend verkaufen werden. Weiterhin werden wir Rechtshilfe-Broschüren der roten Hilfe anbieten, damit ihr euch auf die Proteste im Juli gut vorbereiten könnt.

Mehr Infos unter: https://shutdown-hamburg.org/

18.04.17 // Warum wir Linke über den Islam nicht reden können. Vortrag und Diskussion mit Sama Maani

+++ NEUER ORT +++

Ernst-Kirchweger-Haus (EKH)

Wielandgasse 2-4, 1100 Wien

Wie kommt es, daß wir Linke die Ablehnung des Islams als „rassistisch“ wahrnehmen – nicht jedoch die Ablehnung des Christentums? Warum waren die DemonstrantInnen des arabischen Frühlings für uns in erster Linie Moslems die DemonstrantInnen der Occupy-Bewegung in New York aber nicht christlich? Warum reden wir, wenn wir vorgeben über den Islam zu reden, über alles mögliche andere (Terrorismus, Migration, Fundamentalismus, „Integration“) – nur nicht über den Islam? Und: Was hat unser (Nicht-)Reden über den Islam mit unserer eigenen Beziehung zur Religion zu tun?

Sama Maani ist Schriftsteller und Psychoanalytiker in Wien. Publikationen (u.a.): „Ungläubig“ (Roman), „Warum wir fremde Kulturen nicht respektieren sollten und die eigene auch nicht“ (Essayband), „Der Heiligenscheinorgasmus und andere Erzählungen“.

https://www.facebook.com/events/150513412143284/

21.03.17 // Kritik des Nationalismus. Buchvorstellung mit Thorsten Mense

+++ NEUER ORT +++

Ernst-Kirchweger-Haus (EKH)

Wielandgasse 2-4, 1100 Wien

Rechtspopulistische Parteien feiern enorme Wahlerfolge, die Mehrheit der Bevölkerung Großbritanniens will die EU verlassen, Katalonien will endlich auch als Nation anerkannt werden und überall in Europa werden wieder Grenzzäune und Mauern gebaut. Der Nationalismus ist zurück, heißt es allerorts. Aber war er je weg? Was ist Nationalismus überhaupt? Und was bringt die Menschen im globalisierten 21. Jahrhundert dazu, weiterhin für ihre Nation zu arbeiten, zu sterben und vor allem: für sie zu töten?

In der Linken herrscht bis heute große Uneinigkeit bezüglich Nation und Nationalismus. Während im deutschsprachigen Raum «nationalistisch» mit rechtem Denken verbunden wird, gilt der Begriff in anderen Teilen der Welt als antiimperialistische Strategie emanzipatorischer Kämpfe. Aber im Nationalismus steckte von Beginn an beides: Der Wunsch nach Emanzipation ebenso wie Gewalt und Ausgrenzung. Nationalismus führte sowohl zur Befreiung als auch zu Massenmord, zur kollektiven Einforderung gleicher Rechte als auch zur Verweigerung derselben Rechte gegenüber Anderen. Eine Kritik muss jene Ambivalenz und Widersprüchlichkeit umfassen können.

In seinem Buch Kritik des Nationalismus setzt Thorsten Mense Nationalismus als Ideologie in Zusammenhang mit Demokratie, Herrschaft und der kapitalistischen Moderne und entwirft das Bild einer Kritischen Theorie der Nation. Darüber hinaus liefert er einen historischen Überblick revolutionärer nationalistischer Bewegungen und zeichnet die Debatten in der Linken zu Nation und Nationalismus nach. Anhand der Geschichte des linken Nationalismus wird eine Kritik des Phänomens entwickelt, die all seinen Erscheinungsformen gerecht werden soll. Das Buch zeigt die Grenzen nationaler Befreiung auf und fragt nach den Möglichkeiten antinationaler Kritik.

Thorsten Mense ist Soziologe, freier Autor und Journalist, tätig u. a. für die Wochenzeitung Jungle World sowie das Monatsmagazin Konkret. Er ist Mitglied des Forums für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) in Leipzig und promovierte bei Detlev Claussen zur Kritischen Theorie des Nationalismus und linksnationalistischen Befreiungsbewegungen in Katalonien und im Baskenland.

Kritik des Nationalismus | 1. Auflage 2016 | 214 Seiten | 10,00 Euro | http://www.theorie.org/titel/685_kritik_des_nationalismus

https://www.facebook.com/events/1860242804233986/

21.02.17 // Feministische Kritik der Identitätspolitik. Vortrag und Diskussion im Rahmen der Kampagne 'make feminism a threat again'

+++ NEUER ORT +++

Klub slovenskih študentk in študentov na Dunaju (KSŠŠD)

Mondscheingasse 11 (rdeča vrata / rote Tür), 1070 Wien

„There is no such thing as a single-issue struggle because we do not live single-issue lives.“ (Audre Lorde)

Das Antifa Cafe im Februar beschäftigt sich im Rahmen der Kampagne „Make Feminism a Threat again“ mit Perspektiven feministischer Kritik und Praxis, die über reine „Single-Issue-Politik“ hinausgehen, Identitätspolitiken überschreiten und dabei die Fallen eines verkürzten, vereinnahmenden und ausschließenden Universalismus kritisch hinterfragen und historisch beleuchten. Wenn ein identitätspolitischer Standpunkt universale Ziele per se als Weiterführung von Machtverhältnissen begreift und eine universalistische Kritik jede identitätspolitisch wirksame Intervention als verkürzt abtut, stehen wir vor einer Auseinanderentwicklung und Polarisierung der Diskussionen über Theorie und Strategien emanzipatorischer Politik. Von der einen Seite wird vorgeworfen partikulare Diskriminierungsverhältnisse und gesellschaftliche Positionen unsichtbar zu machen, die Gegenargumente verweisen darauf, dass eine Politik der rein auf Identität bezogenen Interventionen hinter den Zielen emanzipatorischer Politik zurückbleibt. Wohin wollen wir mit feministischer Gesellschaftskritik? Geht es darum, den Status Quo zu korrigieren oder gehts es um eine Politik der radikalen Kritik der Zusammenhänge von Patriarchat, Staat, Nation und Kapital? Wie emanzipatorisch ist eine Politik, deren Ziele sich durch Identitäten definiert? Wir glauben, dass es möglich ist einen feminstischen Universalismus zu denken, der einen Umgang mit (widersprüchlichen) partikularen Interessen finden kann. Deswegen wollen wir als Startschuss unserer Veranstaltungs- und Aktionsreihe anlässlich des internationalen Frauen*kampftages zu diesen Fragen Position beziehen und gemeinsam mit euch den Stand linksradikaler, feministischer Kritik und Praxis diskutieren.

Kampagnenseite: m8vienna.noblogs.org

17.01.17 // Hinter den Barrikaden. Eine Reise durch Nordkurdistan im Krieg. Eine Buchvorstellung des Lower Class Magazine

Fünf Genoss*innen des Lower Class Magazine besuchten im Januar und Februar 2016 die türkisch-kurdischen Kampfgebiete: Diyarbakır-Sur, İdil, Nusaybin, Silopi, Cizre und Yüksekova. Ihre Reportagen versammelt dieser Band, welchen sie während des Antifa-Cafés vorstellen werden. Seit der türkische Staat Mitte 2015 den zuvor von der kurdischen Befreiungsbewegung geduldig ertragenen »Friedensprozess« vollends aufkündigte, eskalierte in den mehrheitlich kurdischen Gebieten des Südostens der Türkei die Situation. Der Putschversuch im Juli diesen Jahres im Moment dazu genutzt, das autoritäre Erdogan-Regime noch weiter auszubauen. Im Herbst 2015 begann die Belagerung mehrheitlich kurdischer Städte im Südosten der Türkei durch Einheiten der türkischen Polizei und des Militärs. In Hochburgen der kurdischen Befreiungsbewegung wurden sogenannte Ausgangssperren verhängt, hunderte Zivilisten verloren durch Scharfschützen-, Artillerie- und Panzerfeuer ihr Leben. Als Reaktion auf die brutalen Angriffe formierten sich lokale Zivilverteidigungseinheiten (YPS) der kurdischen Bevölkerung. Die Gräben und Barrikaden, die die oft sehr jungen Kämpfer*innen aushoben und aufbauten, wurden zum Symbol einer neuen Phase des Ringens um demokratische Autonomie. In den vergangenen Monaten und Jahren hielt sich das Lower Class Magazine immer wieder in der Türkei und verschiedenen Teilen Kurdistans auf. Dieses Jahr besuchten sie im Januar und Februar die Ausgangssperre-Gebiete, später auch Südkurdistan (Basur) und das PKK-Kerngebiet im Kandil-Gebirge.

Lower Class Magazine | Hinter den Barrikaden. Eine Reise durch Nordkurdistan im Krieg | 184 Seiten, 13.80 EUR [D] | https://www.edition-assemblage.de/hinter-den-barrikaden/

https://www.facebook.com/events/1444499152256965/

20.12.16 // Lustiges Pubquiz mit Keksen und Punsch!

Liebe Cafébesucher_innen, so kurz vor den gesetzlichen Feiertagen anlässlich der Geburt des Heilands wollen wir niemandem mehr mit spannenden Vorträgen oder ernsthaften Diskussionen auf die Nerven gehen, sondern euch und uns bei Plätzchen und Punsch (gibt’s alles, wer mag kann natürlich selbst welche mitbringen) ein wenig amüsieren. Wir feiern nach zwei Jahren Abstinenz das zweite Antifa-Pubquiz! Die Regeln sind einfach: Ihr schließt euch zu drei- bis fünfköpfigen Teams zusammen, bekommt von uns Fragen gestellt, die ein wenig von dem Szenewissen abfragen, wegen dem ihr sonst so gerne kommt, und welches Team die meisten Fragen richtig beantwortet hat, hat gewonnen und bekommt etwas Schönes. Natürlich können neben dem ganzen Szenequatsch auch Fragen über diverse andere interessante Themengebiete auf euch zukommen, wie zum Beispiel Eislaufen, Kunsthandwerk im Tasmanien des ausgehenden 13. Jahrhunderts oder dergleichen. Es bleibt also spannend. Es darf natürlich nicht geschummelt werden, aber die Quizleitung darf bestochen werden, für schlechte Bestechungsversuche gibt es jedoch Punktabzug. Freundschaft!

https://www.facebook.com/events/719038131578142/

15.11.16 // Theorie-Input und Kinoabend im AntifaCafé: Eine Revolte, die nicht endet!

Im kommenden AntifaCafé werden wir den Dokumentarfilm „Eine Revolte, die nicht endet“ spielen, der das Leben Antonio Negris sowie die 68er Protestbewegung in Italien beleuchtet.
Der Film erzählt sowohl die Geschichte der Utopie von 1968, die in Italien 10 Jahre dauerte, als auch von der Entstehung einer neuen globalen Protestbewegung zur Jahrtausendwende. In beiden historischen Momenten spielen Negris Schriften, Ideen und Aktionen gleichermaßen eine entscheidende Rolle. Er formuliert einen fundamentalen Einspruch gegen die kapitalistische Weltordnung und ist damit auf der heutigen politischen Bühne gleichermaßen präsent wie in den 70er Jahren.
Auf der Suche nach biografischen, theoretischen und historischen Entscheidungspunkten porträtiert der Film das außergewöhnliche Leben Negris zwischen Philosophie und Revolte anhand von Archivmaterial und in Begegnungen mit Freunden, Weggefährten und Kritikern.

▼ Natürlich gibt es frische Popcorn, Nachos und jede Menge Cola!
Vor dem Film gibt es außerdem einen kurzen inhaltlichen Input zur Theorie des (Post-)Operaismus und Kritik daran.

https://www.facebook.com/events/1607262236244167/

18.10.16 // Rechtsextremismus und Rassismus in der Tschechischen Republik. Ein Vortrag der Iniciativa Ne Rasismu

Wie überall in Europa, so haben auch in der Tschechischen Republik rassistische und rechtsextreme Gruppierungen in den letzten Jahren Aufwind erlebt. Neben einer Vielzahl von rassistischen, nationalistischen und emanzipationsfeindlichen Kleinst- und Kleingruppierungen spielen vor allem die „Iniciativa Martina Konvičky“ (IMK/ „Martin Konvičkas Initiative“), der „Blok proti islamisaci“ (BPI/Block gegen die Islamisierung) in enger Verbindung mit der Partei Usvít (Morgendämmerung) sowie die Bewegung „Svoboda a přímá demokracie“ (SPD/Freiheit und direkte Demokratie) eine grosse Rolle. Auch die ununterbrochen anhaltenden Konflikte und Streitigkeiten untereinander führen nicht zu einer Schwächung der rassistischen Kräfte insgesamt – für das notorisch rassistische japanisch-tschechische  Stehaufmännchen Tomio Okamura gilt dies ebenso wie für den Käferforscher und selbsternannten „De-Islamisator“ Martin Konvička, aber auch diverse andere Protagonist_innen. Wie sich beispielhaft an den Äußerungen und Aktivitäten sowohl des tschechischen Präsidenten Miloš Zeman aber auch des ehemaligen Präsidenten Václav Klaus, der derzeit den Wahlkampfhelfer für die AfD spielt, zeigen lässt, spielen die Inhalte der eher obskur wirkenden Bewegungen, die bisher nicht im Parlament vertreten sind, aber auch ohne ihre Protagonisten eine relevante Rolle in der tschechischen Politik. Neben dem Erstarken der Rechtsextremen im Parlament, kommt es gleichzeitig zu einer  zunehmenden Radikalisierung von Nazis auf der Straße, die regelmäßig mit verschiedenen Pegida-Ablegern zusammenarbeiten.

Der Vortrag will einen Überblick über die aktuelle Entwicklung des Rechtspopulismus in der Tschechischen Republik geben, wird dabei aber auch diejenigen, die sich dieser in den Weg stellen, nicht völlig aus den Augen verlieren.

https://www.facebook.com/events/947160182060958/

20.09.16 // Zur Situation in Kurdistan und der Organisierung türkischer FaschistInnen in Wien. Vortrag von YXK WIEN (Verein für Studierende aus Kurdistan) und Ciwanên Azad Wien.

Aktuell begeht der türkische Staat unvorstellbare Massaker in der Türkei und Nord-Kurdistan. Wir erleben eine Zeit, in der der Faschismus die revolutionären, progressiven Kräfte und vor allem die kurdische Bevölkerung angreift. Der Krieg des türkischen Staates gegen alle fortschrittlichen Menschen steht im Kontext der imperialistischen Aggression im Nahen Osten und anderswo. Die kurdischen Vereine und Kundgebungen werden auch in Österreich von türkischen Rechtsextremen attackiert.
Wir laden euch herzlich zum Vortrag „Şerê li dijî Faşîzmê!“ ein, bei dem wir einen Überblick über die politische Lage in Kurdistan und der Türkei, über die Struktur der kurdischen Organisationen in der Diaspora sowie über türkische, faschistische Gruppierungen in Wien geben wollen.

https://www.facebook.com/events/875253069273727/

21.06.16 // Geschlecht und Kapitalismus - a lovestory. Vortrag und Diskussion mit e*vibes - für eine emanzipatorische praxis

Zum letzten Antifa Café vor unserem Betriebsurlaub laden wir unsere Genoss_innen von e*vibes – für eine emanzipatorische praxis aus Dresden zu uns ein. Wo macht die Antifa Urlaub? Zum Beispiel am No Border Camp Thessaloniki 2016 oder am Anarchist Summer Camp (https://www.acamp2016.org) auf dem wir einen Antifa-Day bespielen.
Kommt also zahlreich, bringt eure Freund_innen und Genoss_innen mit und trinkt mit uns 1-20 Mate/Spritzwein/Bier…! Im Herbst wird das Antifa Café fortgesetzt.


Wie in jeder guten Telenovela ist auch die Beziehung zwischen patriarchalen Strukturen und bürgerlicher Wirtschaftsweise eine facettenreiche und durchaus wechselhafte Geschichte. Trotz ihres großen Altersunterschiedes arrangierten sie sich miteinander, teilten Arbeit und Haushalt, wuchsen aneinander – und gerade auch an ihren Differenzen.
Wir werden einige Episoden anschauen und einen Blick auf ihren aktuellen Beziehungsstatus werfen. Mutmaßen wir doch zusammen: Wie geht es mit den beiden weiter? Werden feministische Bewegungen sie entzweien oder meistern sie zusammen jede Krise? Gehen sie ihren gemeinsamen Weg, bis dass der Tod sie scheidet oder ist es doch einfach eine vorübergehende Affäre? Lasst uns die Story ein wenig weiterspinnen: Wie sähe ein Happy End aus – und inwiefern haben wir überhaupt Einfluss auf das Script?

https://www.facebook.com/events/269520220064409/

17.05.16 // Blockade oder Barrikade? - Vortrag und Diskussion mit Thomas Ebermann

Die Diskussion über linke Militanz scheint innerhalb der Linken geprägt durch zwei sich gegenüberstehende Seiten, die beiderseits überladen und fetischisiert sind. Die eine Seite behauptet sinngemäß „Gäbe es keine Militanz, sei es keine revolutionäre Aktion“ und weist Militanz geradezu als revolutionsträchtigen Spezialfall des Aktivismus aus. Auf der anderen Seite sei Militanz „bloße Gewalt“ und es wird kolportiert, dass „wenn es Gewalt gäbe, wäre das unpolitischer anarchistischer Individualterrorismus.“

Selten stößt man auf Beiträge zur Militanzdebatte, welche versuchen aus diesen beiden polarisierten Standpunkten auszubrechen. Meistens wird gar nicht mehr um das politische Element im Militanzbegriff gestritten. Ließt man das linke Genre der Bekenner_innen-Schreiben, welches stilprägend für Beiträge aus Zeitschriften wie der Interim, radikal oder der Indymedia-Kommentarspalte ist, drängt sich der Verdacht auf, das Politische sei völlig abhanden gekommen oder es muss erst im Nachhinein die Verbindung zu linksradikaler Politik rekonstruiert werden.

Militanz als linksradikale politische Aktionsform ist aber nicht nur eine Frage von taktisch-strategischen Überlegungen und von Kräfteverhältnissen, sondern bedarf vor allem einer kritisch-reflektierten, theoretischen Begründung. Hierbei kann es nicht darum gehen Militanz per se als „richtig“ oder „falsch“ hinzustellen. Ein solches, meist moralisches, Werturteil wäre ja selbst unpolitisch. Vielmehr geht es um die Frage, welche Rolle Militanz als Konzept und linksradikale Aktionsform innerhalb sozialer Bewegungen hat und wie und warum sich das Ganze im staatsidealistischen, bürgerlichen Bewusstsein niederschlägt. Kurzum: es geht um die Frage nach Emanzipation und Subversion, nach „angemessenen“ Aktionsformen und den Maßstab linksradikaler Politik.

https://www.facebook.com/events/1212902342061072/

19.04.16 // Antikapitalismus als (antisemitisches) Ressentiment. Vortrag und Diskussion mit Andreas Peham (DÖW)

Die in den 1990er Jahren wieder aufkommende Debatte um einen Antisemitismus in der Linken oder gar einen linken Antisemitismus hatte ihren Ausgangspunkt neben der antizionistischen Feindschaft gegen Israel in als (zumindest strukturell) antisemitisch kritisierten Artikulationen der globalisierungskritischen Bewegungen. Das Schlagwort vom „verkürzten Antikapitalismus“ machte die Runde – so, als ob aus Falschem etwas Wahres hervorkommen könne. Dieser zumeist moralisierende Antikapitalismus ist darum mit dem Adjektiv „fetischistisch“ besser beschrieben: Er verharrt an der Oberfläche und nimmt den Schein der Verhältnisse für ihr Wesen. Damit reproduziert er die Verwandlung von Gesellschaftlichem in Sachliches und Natürliches, welches dann mittels Personalisierungen weiter konkretisiert wird. Aus dem Kapitalismus als soziale Struktur wird der Ausfluss des (verkommenen) Treibens von „Kapitalisten“, aus diesen im nächsten Schritt finstere „Hintermänner“, die sich im Geheimen verabreden. Der Verschwörungsmythos markiert den Übergang vom strukturellen zum offenen Antisemitismus.
Antisemitismus bedeutet auch und vor allem, Juden und Jüdinnen – seit dem ihnen unterstellten Gottesmord als allmächtig und die prototypischen „Verschwörer“ phantasiert – für unpersönliche und undurchschaute gesellschaftliche Herrschaft persönlich haftbar zu machen. So überrascht es wenig, den Ursprungsort des modernen (politischen) Antisemitismus in der Linken zu finden. Diese vermochte anfangs nicht, hinter den Schein der Verhältnisse, die Zirkulation, zu schauen und setzte diese mit „Judentum“ gleich. Weil dieser Gründungsmakel gerne verdrängt wird, sollen seine fatalen Wirkungen ausgehend von den Marxschen Überlegungen „Zur Judenfrage“ (1843) nachgezeichnet und diskutiert werden.

https://www.facebook.com/events/479199058935440/

15.03.16 // Antifa/Antira: Nicht einfach so weiter (im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Abolish the borders from below«)

In Zeiten, in denen Millionen Geflüchtete die Soziale Frage neu stellen, antworten die erschiedenen Auswüchse der postfaschistische Gesellschaft mit Handgranaten, Teleskopschlagstöcken und einer breiten Diskursverschiebung nach Rechts. Für eine radikale Linke stellt sich die ernüchternde Frage nach dem „wie weiter“? Verrennen wir uns in nicht enden wollenden Abwehrkämpfen, die wir jedes Wochenende an verschiedenen Orten dieser Republik führen? Was können langfristige Perspektiven, Pläne und Antworten auf die sich täglich reproduzierende Gesamtscheisse sein? Im Zuge dessen laden wir dazu ein, euch unseren Ansatz hierzu anzuhören und zu diskutieren.


Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Abolish the borders from below“ statt, welche von verschiedenen linksradikalen Gruppen aus Wien organisiert wird.


https://www.facebook.com/events/1576461106011780/

16.02.16 // NoBorder & Kritische Theorie? Zur Kritik der Migrationspolitik. Vortrag von Fabian Georgi

Seit Jahrzehnten verschärfen die Industriestaaten des Globalen Nordens ihre Migrationskontrollen. Tausende von Toten fordert ihr unerklärter Krieg gegen Flüchtlinge und Wanderarbeiter_innen Jahr für Jahr. Obgleich es ihnen nicht gelingt, die subalterne Mobilität zu stoppen, illegalisieren und entrechten sie Millionen. Sie überziehen die Erde mit Visaregimen, Abschiebeknästen und biometrischen Kontrollen und sie träumen davon, menschliche Mobilität zu ,managen‘. Scheinbar konsequenzlos nehmen sie die tödlichen Folgen in Kauf. Der gedankenlose Eifer mit dem sie dies tun, irritiert und verstört.

Seit Jahrzehnten kritisieren nicht nur linksliberale NGOs und Wissenschaftler_innen diese Politik im Namen von Flüchtlingsschutz und Menschenrechten. Dabei affirmieren sie Migrationskontrollen als grundsätzlich legitim. Sie fordern, die Kontrollen mit Geist und Buchstaben der Menschenrechte in Übereinstimmung zu bringen. Doch ihre „sentimental humanitäre Sprache“, so formulierte schon Hannah Arendt polemisch, unterscheidet „sich oft nur um ein geringes von den Broschüren der Tierschutzvereine“. Migrantische Basisorganisationen und antirassistische Gruppen kritisieren radikaler. Sie fordern „Papiere für Alle“ und „No Border! No Nation!“.

Im Gegensatz zur Forderung nach „Flüchtlingsschutz“ stellen sie Migrationskontrollen grundlegend in Frage. Ihr Ziel ist die Abschaffung nationalstaatlicher Grenzen, globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle überall. Was diese Forderungen genau bedeuten, ist innerhalb der antirassistischen Bewegung umstritten – und oft wohl auch unklar. Wie kann man sich eine „Welt ohne Grenzen“ vorstellen? Wie begründet man dieses Ziel gegen die unweigerliche Ablehnung? In welchem Verhältnis steht der linksliberale Appell an Menschen- und Flüchtlingsrechte zur NoBorder- Kritik? Wie hängen Migrationskontrollen und Kapitalismus zusammen und wie somit die Kämpfe gegen sie? Der Vortrag nimmt die Kritische Theorie der Frankfurter Schule zum Ausgangspunkt, um sich Antworten auf diese Fragen zu nähern.

https://www.facebook.com/events/1748245162063981/

19.01.16 //Mobilisierung als Selbstzweck? Eine kritische Bilanz der Proteste gegen den Wiener Akademikerball

Als Ende Jänner 2015 das Bündnis NOWKR, welches seit 2008 Proteste gegen den Wiener Akademikerball (formarly known as WKR-Ball) organisierte, seine Auflösung bekannt gab, waren die Reaktionen innerhalb der Linken überschaulich. Einige freuten sich sicher, war das dezidiert antinationale und linksradikale Bündnis ihnen immer ein Dorn im Auge, andere führten die Auflösung des Bündnisses auf die polizeiliche Repression und die Ermittlungen wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ zurück. Die inhaltlichen Gründe für die Auflösung, welche im Nachbereitungstext 2015 niedergeschrieben wurden, wurden weitestgehend ignoriert. So spricht das Bündnis davon, dass antifaschistische Mobilisierung nicht zum Selbstzweck verkommen dürfe und dass die völkische Tanzveranstaltung mittlerweile für die Linke ein wichtigeres Ereignis darstellen würde als für die Rechte. Und tatsächlich ist der Akademikerball nicht mehr das, was er einmal war. Nach jahrelangen Protesten, die stetig gewachsen sind und den WKR-Ball ins Rampenlicht der medialen Aufmerksamkeit zerrten, konnten einige Erfolge der antifaschistischen Kampagnenarbeit erzielt werden. Der WKR-Ball kann nicht mehr unter diesem Namen in der Hofburg stattfinden und musste offiziell von der FPÖ ausgerichtet werden. Dies führte zu einigem Unmut innerhalb jener burschenschaftlichen Riege, die nicht bereit waren den „studentischen Traditionsball“ gegen eine Parteiveranstaltung zu tauschen. Im Zusammenspiel mit den tausenden Antifaschist_innen, die den Burschis an den Ballabenden die Anreise möglichst schwierig gestaltet haben, führten diese Entwicklungen zu einem enormen Teilnehmer_innenschwund. Durch die öffentliche Kritik, die dem Ball abseits der medialen Hetzte gegen „Linksextremisten“ widerfährt, wurde der Ball delegitimiert und viele Gäste aus Politik und Wirtschaft sind nicht mehr bereit, an dem Ball teilzunehmen. Auch den Charakter des Balls als „größtes couleurstudentisches Gesellschaftsereignis im deutschsprachigen Raum” (WKR) und als Vernetzungstreffen der europäischen Rechten konnten ihm die antifaschistischen Proteste streitig machen. Und spätestens seit dem auch der österreichische Bundespräsident den Ball öffentlich kritisierte, war klar, dass die Kritik am Ball angekommen ist.

Obwohl also schon viele Punkte der Kampagnenarbeit umgesetzt werden konnten – was schließlich das NOWKR-Bündnis dazu veranlasste sich aufzulösen – scheint der Rest der Linken diese Entwicklungen bewusst auszuklammern, um seine Mobilisierungsfähigkeit nicht zu verlieren. Weiterhin wird in Aufrufen und Veranstaltungen vom größten Vernetzungstreffen der europäische Rechten geschrieben – ein Umstand der spätestens seit 2012 nicht mehr zutreffend ist. Wenn es nicht mehr um die Sache selbst geht, sondern nur mehr darum an diesem Abend möglichst viele Leute auf die Straße zu bringen, wenn die Kritik bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wird, weil die Beweggründe gegen diesen „symbolischen“ Ball auf die Straße zu gehen so vielfältig sind und teilweise nicht mehr mit der Realität des Balles in Einklang gebracht werden können, dann verkommt Mobilisierung zum Selbstzweck. Der Ball dient vielen als Projektionsfläche für Allerlei: Rassismus, Festung Europa, FPÖ, Burschenschaften, Sozialabbau, Männerbündelei, Antifeminismus, österreichische Zustände… Vieles davon ist nicht falsch und es lohnt sich dagegen auf die Straße zu gehen. Die Frage ist nur wie lange noch der Ball als Lückenfüller herhalten soll und ob es nicht geeignetere Anlässe gibt, die offene Feindschaft mit dem Bestehenden auf die Straße zu tragen.

Der Vortrag gibt einen Rückblick über die Proteste gegen den WKR-/Akademikerball, versucht deren Verlaufsformen nachzuzeichnen und stellt die Frage, welchen Stellenwert der Ball tatsächlich noch einnimmt.

Den Auflösungstext und ein Archiv der Proteste findet ihr auf: nowkr.at

https://www.facebook.com/events/333079403482495/

15.12.15 // »Haut's die Juden eini!« - Zum Verhältnis von Antisemitismus und Fußball in Österreich

Ausgehend von der Annahme, dass Fußballmatches die zentralen Werte unserer Gesellschaft in komprimierter Form sichtbar machen, kann gesagt werden, dass Sportstadien lediglich einen örtlich eingegrenzten und zeitlich definierten Raum mit einem bestimmten Publikum darstellen, an welchem die konfliktreichen Auswüchse der Gesellschaft wie Antisemitismus, Rassismus oder Sexismus ausgetragen werden. Da Fußball ursprünglich kein österreichisches bzw. deutsches Spiel gewesen war, wurde sein gesellschaftspolitischer Inhalt erst im Laufe seiner Etablierung vom ideologischen Ballast des als deutsch geltenden Turnens unterwandert. Der antisemitische Nährboden im Sport, den die Nazis für sich vereinnahmten, konnte schließlich auf der florierenden Ablehnung der Juden und Jüdinnen rund um die Jahrhundertwende aufbauen. So scheint es auch kaum verwunderlich, dass sich diverse antisemitische Stereotype und Feindbilder im österreichschen Fußball nach 1945 unmittelbar fortsetzten und bis zum heutigen Tage nicht an Popularität eingebüßt haben.

https://www.facebook.com/events/417634011760028/

17.11.15 // Zur Entstehung und Kritik des marxistisch-leninistischen Antiimperialismus. Vortrag und Diskussion mit Olaf Kistenmacher

Das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels schloss im 19. Jahrhundert mit dem berühmten Aufruf: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Marx und Engels schrieben außerdem, dass das Proletariat „kein Vaterland“ habe. Nach dem Ersten Weltkrieg sprach sich die Kommunistische Internationale wiederholt für die „nationale Befreiung“ aus, und seit Mitte der 1920er Jahre wurde der Aufruf aus dem Kommunistischen Manifest folgendermaßen erweitert: „Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker der Welt, vereinigt euch!“Dieser Nationalismus von links war mit der Entstehung der antiimperialistischen Position verbunden, die sich auf Wladimir I. Lenins Kritik des Imperialismus bezog. Allerdings gab es vor Lenins „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ eine ganz andere marxistische Analyse des Imperialismus, die nicht zum nationalen Befreiungskampf aufrief. 1913 hatte Rosa Lxuemburg ihr Buch „Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus“ veröffentlicht. Von Luxemburg könnten auch heutige antiimperialistische Linke, die nationalistischen Bewegungen ihre „bedingungslose Solidarität“ aussprechen, viel lernen…

Olaf Kistenmacher, Hamburg, ist Historiker. Er promovierte über antisemitische Aussagen in der Tageszeitung der KPD zur Zeit der Weimarer Republik, Die Rote Fahne. Anfang des Jahres gab er mit Hans-Joachim Hahn den Band Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft. Zur Geschichte der Antisemitismusforschung vor 1944 heraus. Veröffentlichung zum Thema: Selbstbestimmung als Phrase. Zur Erinnerung an die antinationale Marxistin Rosa Luxemburg, in: Jungle World 1, 3. Januar 2014.

https://www.facebook.com/events/462624563942493/

20.10.15 // Zur aktuellen Lage in der Türkei und Nord-Kurdistan

Der Anschlag am 10. Oktober, die massive Repression des türkischen Staates gegen die PKK und kurdische Organisationen und der Zweifrontenkrieg kurdischer Truppen gegen den IS und die Türkei: die aktuelle Lage in der Region Türkei/Kurdistan ist sehr unübersichtlich und komplex.

Mit Volkan Agar (Politikwissenschafter/MALMOE) und Vertreter_innen von YXK/FEYKOM (Verband der kurdischen Vereine in Ö) wollen wir uns einen Einblick in die Lage von Kurd_innen in der Region verschaffen. Dabei wird auch auf die politische Situation in der Türkei, die bevorstehenden Wahlen und ihre möglichen Auswirkungen Bezug genommen. Danach soll genug Raum für Fragen/Austausch sein.

Wie immer gibt es dazu gutes Essen und warme & kalte Getränke.

https://www.facebook.com/events/1690186921194200/

15.09.15 // Gedenken und Erinnern als Kämpfe der Gegenwart (Vorstellung des Projekts “Whose Story?” und Diskussion mit Marika Schmiedt)

Das Anarchistische Radio hat einen Audiomitschnitt des Antifá Cafes gemacht: http://www.a-radio.net/2015/2625
Das Jugend-Konzentrationslager Uckermark befand sich ca. 90 km von Berlin entfernt. Dort waren zwischen 1942 -1945 hauptsächlich Mädchen und junge Frauen inhaftiert, die von den Nationalsozialist_innen als „asozial“ bezeichnet und verfolgt wurden. Auch politisch Verfolgte und Partisaninnen aus Slowenien gehörten zu den Häftlingen. Zur dritten und kleinsten Gruppe der Lagerhäftlinge gehörten rassistisch verfolgte Romnija und Sintize, sowie Jugendliche, die dem NS-Antisemitismus entsprechend verfolgt wurden. Die Inhaftierten wurden von Institutionen des staatlichen Fürsorgesystems oder der Kriminalpolizei deportiert. Ihr Alltag war geprägt von Hunger, Kälte, körperlicher und psychischer Gewalt, Demütigung, Zwangsarbeit und Angst. Ab Ende 1944 wurde ein Großteil des Jugend-KZs geräumt, um dort Häftlinge des benachbarten Frauen-KZ Ravensbrück systematisch zu ermorden. In der kurzen Zeit zwischen Januar und April 1945 haben die Nazis dort bis zu 6000 überwiegend aus Osteuropa stammende jüdische Häftlinge ermordet. Das KZ Uckermark wurde lange Zeit in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Bis heute haben die meisten ehemaligen Häftlinge keine öffentliche Anerkennung erfahren. Wie die meisten Inhaftierten von KZ’s, litten sie nach der Befreiung des Lagers weiter an den körperlichen und seelischen Folgen der Gewalt, die ihnen angetan worden war. Fast alle Täter_innen konnten ihre Karrieren nach 1945 ungebrochen fortsetzen. Viele Überlebende wurden auch nach 1945 wieder zwangsweise von staatlichen Fürsorgeeinrichtungen kontrolliert. Sie waren damit oft den Kontinuitäten von Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt.
Im Herbst 2015 organisiert das Uckermark Gedenkprojekt Wien ein Ausstellungüber das ehemalige Mädchen-KZ Uckermark. Die Ausstellung ist die Basis für die Veranstaltungsreihe “Whose Story?” Die Veranstaltungen beschäftigen sich mit den in der Ausstellung dargestellten Teilaspekten und thematisieren ihre Wirkungen bis heute. Das große Thema der Veranstaltungsreihe sind also sogenannte Kontinuitäten von Nazismus. Im Rahmen eines Inputs des Gedenkprojekts und einer Diskussion mit Marika Schmiedt wird das Projekt “ Whose Story?” vorgestellt und aktuelle Gedenkpolitiken am Beispiel der Arbeit der Aktionskünstlerin Marika Schmiedt und dem aktuellen Beispiel des Konflikts um ein temporäres Denkmal für die ermordeten Romnija und Sintezze in Kirchstetten diskutiert.

Links:
http://www.uckermark-projekt.org/
https://marikaschmiedt.wordpress.com/futschikato-die-verschwundenen-roma-und-sinti-aus-kirchstetten-und-der-fall-weinheber/
https://www.facebook.com/events/558546277630304/

21.07.15 // Alle machen Sommerpause nur wir nicht

Antifa kennt keine Sommerpause und deswegen öffnet das Antifa-Cafe auch im Juli seine Pforten für Euch. Es gibt wie gewohnt köstliche vegane Snacks und kühle Getränke. Und weil Antifa auch Literatur kann gibts als besonderes Schmankerl eine Lesung mit verschiedenen Episoden über humorvolles und nachdenkliches, kurzweiliges und vergnügtes. Ausserdem gibts noch ein kleines Update zu den Protesten gegen den 1000 Kreuze Marsch am 25.07. in Salzburg.

Natürlich werden wir auch einige unserer AFA BEČ Shirts da haben. Hier trägt Kid Pex eins:
http://tinyurl.com/nfcvsrp

Kommt vorbei und geniesst mit uns einen gemütlichen Abend.

https://www.facebook.com/events/862259730477109/

16.06.15 // Das neue Staatsschutzgesetz

In Österreich wird gerade im Eilverfahren ein neues Polizeiliches Staatsschutzgesetz verabschiedet welches vor „verfassungsgefährdenden Angriffen“ schützen soll. Am 31. März 2015 ging der Gesetzesentwurf des Innenministeriums zum neuen Staatsschutzgesetz in Begutachtung. Tritt der Gesetzesentwurf tatsächlich in der jetzigen Form in Kraft, erhält die Polizei mit Jänner 2016 eine Reihe neuer Ermittlungsbefugnisse. Diese würden ihr erlauben, Methoden einzusetzen, die Rechte von Betroffenen grundlegend verletzen. Verdeckte Ermittler_innen, Vertrauenspersonen (ständigeR InformantIn, undercover; V-Leute), IMSI-Catcher (Geräte mit denen Handys geortet und auch abgehört werden können) und Körperkameras sind nur einige Beispiele aus dem umfassenden Maßnahmenkatalog. Neben dem BVT bekommen auch alle 9 Landesämter für Verfassungsschutz dieselben Befugnisse.

Die Veranstaltung im Rahmen des Antifa Cafés wird die wichtigsten Punkte des Staatsschutzgesetz zusammenfassen und eine Einschätzung zu den Auswirkungen geben. Denn eins ist klar: Das Gesetz ist politisch motiviert und erleichtert die Kriminalisierung linker Projekte. Dazu haben wir eine Vertreter_in des rechtsinfokollektiv (http://at.rechtsinfokollektiv.org/) eingeladen.

Zudem gibt es wie immer lecker Essen und kalte Getränke sowie unsere neuen Antirep-Plakate!

https://www.facebook.com/events/1612526378995255/

19.05.15 // Ästhetische Mobilmachung - Konservative Revolution, Faschismus und 'Identitäre'

In Österreich war für Modernisierungsversuche der – eben auch in ihren überkommenen Formen so erfolgreichen – extremen Rechten stets nur wenig Bedarf. Zu wenig war die Alte Rechte diskreditiert, zu gut war der herkömmliche Rechtsextremismus – nicht zuletzt der parteiförmige – etabliert. Umso überraschender, dass mit den „Identitären“ eine Strömung mit scheinbar ganz neuen Ansätzen dem alten (burschenschaftlichen) Mief zu entkommen versuchte. Dass (ehemalige) Neonazis linke Ästhetiken kopieren, um sich einen frischen Anstrich zu geben, ist jedoch nicht neu. Gleiches gilt für die Versuche, durch Bezugnahme auf vorhergehende und konkurrierende Faschismen (z. B. „Konservative Revolution“) den Rechtsextremismus von Hitler und dem Makel Auschwitz zu befreien. Auch die ideologische Selbstdarstellung von Rechtsextremen als nicht-rassistisch ist altbekannt. Dies gilt auch für das Primat von zu wirkmächtigen Mythen verdichteten Symbolen und „Begriffsfetischen“ (Kurt Lenk): Faschismus bedeutet seit jeher Ästhetisierung des Politischen und Arbeit am Mythos. Aber dennoch hieße es, die Gefahr zu unterschätzen, wenn „neurechte“ Gruppen wie die „Identitären“ gänzlich auf die bloße Wiederkehr des Alten reduziert werden würden. Denn in ihrem Kampf gegen „Islamisierung“ und für Erhaltung von (kultureller) „Identität“ kommen Rechtsextreme heute um vieles weiter, als sie das einst in ihrem Kampf gegen „Umvolkung“ oder „Überfremdung“ sich erträumten.

Hintergründe zur Ideologie der „Identitären Bewegung“, deren faschistische Vordenker und dem Konzept von Stil und Ästhetik.

Vortrag und Diskussion mit Heribert Schiedel.

Das weitere Rahmenprogramm gegen den Aufmarsch der “Identitären”:

▶ Freitag | 05.06.2015 | 19:00 Uhr | Yppenplatz
Antifa-Vorabenddemo
https://www.facebook.com/events/833129960091912/

▶ Samstag | 06.06.2015 | Naziaufmarsch verhindern!
https://www.facebook.com/events/989958484350269/

▶ Samstag | 06.06.2015 | Venster99
Party mit Live-Acts (Spezial-K, u.a.)
https://www.facebook.com/events/1431605247156804/

Mehr Infos unter: http://smashright.blogsport.at/

https://www.facebook.com/events/1849574571934456/

03.03.15 // M18 – Info- und Diskussionsveranstaltung zu den Protesten gegen die Eröffnung des EZB-Neubaus in Frankfurt

FACE THE PLAYERS – FIGHT THE GAME

Am 18. März 2015 wollen wir das Spektakel der EZB-Eröffnung unterbrechen und den Widerstand gegen die europäische Krisenordnung sichtbar machen. Dazu wollen wir am 18. März die erweiterte Ratssitzung und die Eröffnungsfeier der EZB in Frankfurt blockieren. Denn die EZB ist keine beliebige Bank. Sie ist keine Geschäftsbank wie die Commerzbank oder irgendeine Sparkasse. Die EZB gibt auch nicht nur die Euro-Scheine und das dazugehörige Kleingeld aus. Das macht die EZB auch. Die EZB ist aber vor allem eine mächtige politische Akteurin auf europäischer Ebene. Sie ist ein wesentlicher Pfeiler des Politischen in der politischen Ökonomie des europäischen Kapitalismus.

Denn die EZB steht nicht nur symbolisch für den angeblich alternativlosen Sachzwangcharakter der gegenwärtigen kapitalistischen Verhältnisse europäischen Zuschnitts. Sie steht ganz praktisch sowohl für die Durchsetzung der Krisenpolitik als auch für eine kapitalfreundliche Geldpolitik und ist somit für die sozialen Verwüstungen und Katastrophen in Europa der letzten Jahre wesentlich mitverantwortlich. Die EZB steht somit stellvertretend für die menschenverachtende Politik des Standort Europas. All das ist für uns Grund genug, am 18. März 2015 in Frankfurt auf die Straße zu gehen. Und selbst wenn die EZB ihren Kurs irgendwann zugunsten der ärmeren EU-Länder ändern würde, wäre dies noch längst nicht das Ende des kapitalistischen Imperativs einer so endlosen wie irren Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Im Gegenteil. Die EZB wäre auch dann immer noch eine der wesentlichen Stützen kapitalistischer Staatspolitik in Europa, nur eben einer anderen, sozialdemokratischen, deren »Erfolg« sich – mit den bekannten Kollateralschäden – ebenso auf dem Weltmarkt beweisen muss. Ein gutes Leben für alle ist nur zu haben, wenn dieser Pfeiler zerschlagen wird.

Zum einen kann die Situation in Griechenland dadurch unterstützt werden, dass wir zumindest etwas Lack vom Krisenregime abkratzen und praktisch dafür sorgen, dass es an der Heimatfront keine Ruhe für den wieder neu einsetzenden Sturm auf den »Pleitestaat« gibt. Zum anderen gilt es auch hier, die Position jenseits von Staat, Nation und Kapital starkzumachen. Das ist eine Daueraufgabe. Für beides bietet die Verhinderung der EZB-Eröffnung am 18. März in Frankfurt aber eine besonders große Bühne. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bei der Veranstaltung wird über die geplanten Proteste informiert sowie nachgezeichnet, welche Rolle die EZB für die europäische Krisenpolitik hat. Danach soll es genügend Zeit zur Diskussion geben.

Zu den Protesten wird es eine organisierte Anreise aus Wien geben. Anmelden könnt ihr euch unter: bus.antifawien@riseup.net

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M18 Aufruf: http://march18.net/call/german/
Aufruf des …umsGanze!-Bündnis: http://umsganze.org/m18-ezb-aufruf/

https://www.facebook.com/events/1417134868583524/

17.02.15 // Distanzierung Erlesen - DISTANCINGSTARS 2015

Noch nie kam es zu so vielen Distanzierungen wie im Vor- und Nachfeld der Proteste gegen den Akademikerball und 2015. Distanzierten sich die einen im vorauseilendem Gehorsam von Aufruftexten, Bündnissen, Medienberichtserstattungen, Eskalation und/oder Gewalt, forderten andere derartige Distanzierungen ein. Selbst in der linksradikalen Medienarbeit kam es zu Distanzierungsaufforderungen, beispielsweise sollten sich Beamte „sich von Gewalttätern und Sicherheitsextremisten in den eigenen Reihen zu distanzieren“. Wer sich weigert(e), sich zumindest von der Gewalt zu distanzieren, wurde im verkürzten Umkehrschluss selbst als „Gewalttäter_in“ ausgemacht. So manche Distanzierung brachte auch Solidarisierung und Entsolidarisierungen mit sich und so schlug der Distanzierungswahn beispielsweise auch auf andere Proteste wie „Küssen im Prückel“ über. Aber auch von den Distanzierungen distanzierte sich so manche_r.

Im Antifa Café wollen wir einen Rückblick auf das „Distanzierungsritual“ geben, gemeinsam den/die Distanziertesten erörtern und den „Distancing Star“ 2015 wählen. In diesem Sinne freuen wir uns auf euer Kommen und für einen Antifaschismus der kurzen Distanzen!

https://www.facebook.com/events/1572453656374323/

20.01.15 // Rechtshilfeworkshop

In knapp zwei Wochen stehen wieder die Demonstrationen und Blockaden gegen den Wiener Akademikerball an. Bereits in den vergangenen Jahren wurden unsere entschlossenen Proteste mit Repression beantwortet. Darauf werden wir vorbereitet sein und laden deshalb zu einem Rechtshilfeworkshop in das Bäckerei ein: Der Schwerpunkt wird dabei auf Versammlungsrecht, Blockaden, Anhaltung/Festnahme und den Grenzen dessen was die Polizei darf liegen. Fragen wie „Wann darf die Polizei meine Tasche durchsuchen?“, „Welche Festnahmegründe gibt es?“, „Wie verhalte ich mich bei einem Verhör?“ oder „Was mache ich, wenn ich einen blauen Brief (Strafverfügung) im Postkasten habe?“ werden wir gemeinsam beantworten und auch auf die beiden neuen Lieblingsparagraphen der Polizei – der Landfriedensbruch sowie Störung einer nicht untersagten Versammlung wird eingegangen. Natürlich wird es auch ausreichend Raum für offene Fragen geben!

https://www.facebook.com/events/565490336921182/

16.12.14 // Filmscreening: SAD BUT TRUE

Am 16.11. 2009 wurde Ivan »Vanya« Khuturoskoy im Treppenhaus zu seiner Wohnung von einem Neo-Nazi erschossen. Als »Bonecrusher« war er in der moskauer Antifa-Szene bekannt und schützte in seiner Rolle als antifaschistischer Security, Punk- und Hardcore Shows vor Naziangriffen.

Der Film ist ein Portrait einiger Freunde über Ivan selbst und ein Bericht über die Umstände seiner Ermordung. Er erzählt jedoch nicht nur über den Verlust eines Freundes und Genossen, sondern gibt auch einen Einblick in die Situation des moskauer Punk-Untergrundes der 2000er-Jahre und die Bedingungen, denen die antifaschistische Bewegung in Russland ausgesetzt war.

Sad But True zeigt dies durch das Prisma der traurigen Geschichte eines Einzelnen, die für das Schicksal von vielen steht, die ihren Einsatz für die Bewegung mit dem Leben bezahlen mussten. Doch Ivans Geschichte steht auch für all diejenigen, die trotz dieser Bedrohung an ihre Ideale und Ziele glaubten und eine neue Szene aufgebaut haben. So ist Sad But True sowohl ein Film über den Kampf für den Antifaschismus unter lebensbedrohlichen Umständen, als auch über die Entstehung einer wehrhaften, politischen und positiven Punk-Subkultur in Russland.

http://sad-but-true.com/

https://www.facebook.com/events/623658134405361/

02.12.14 // Nachbesprechung Kommers // Ausblick NOWKR'15

In gemütlichem Rahmen möchten wir die Eindrücke und Einschätzungen zum WKR-Kommers, der diesen Samstag stattfindet, nachbesprechen. Außerdem werden wir unsere Kampagne zum 3. Wiener Akademikerball vorstellen und diskutierenDas Ganze soll informell und im gemeinsamen Gespräch stattfinden. Wir freuen uns deshalb auch über Kritik und Einschätzungen!
Dazu gibt es, wie immer, köstliches Essen und Getränke.

https://www.facebook.com/events/912683288743677/

18.11.15 // lustiges PUBQUIZ mit tollen PREISEN!

Diesmal in AntifaCafé: lustiges Pubquiz mit tollen Preisen!

★ Wie lautete das Motto der NOWKR-Demo 2011?
★ Wieviele Wasserwerfer hat die österreichische Polizei im Besitz?
★ Wieviele Cops waren bei der Räumung der Pizzeria im Einsatz?
★ Wie frei ist der Lohnarbeiter bei Marx (in Zahlen)?

Viele weitere Fragen aus den Rubriken Antifa/Szene/Theorie/Spaß am Dienstag im AntifaCafé!

Dazu, wie immer, köstlichste Speisen und erfrischende Getränke!

Wir stellen die Fragen! 😉

https://www.facebook.com/events/1499258690336386/

21.10.14 // Vaterland?’ Wie abstrakt, wie leblos war das immer für mich gewesen!

Die Lesung versucht das Leben von Graf, dem Schriftsteller, Anarchisten und Antifaschisten anhand seiner drei autobiographischen Bücher („Das Leben meiner Mutter“, „Gelächter von aussen“ & „Wir sind Gefangene“) nachzuzeichnen. Von der frühen (teils glücklichen) Kindheit bis zum Tod des Vaters, Grafs Zeit als desertierender Soldat im 1. Weltkrieg, sein Wirken während der Räterevolution und schliesslich die Flucht aus München über Wien und die Sowjetunion nach New York.Graf legt schonungslos Zeugnis ab, über sich und seine Begegnungen mit einer Fülle an Gestalten. Er verurteilt gnadenlos die Schleicher_innen, Zyniker_innen, Ideolog_innen und die sich jeder Strömung anpassenden Mitmacher_innen. Immer der Frage folgend, wie aus der Weimarer Republik, ohne nennenswerten Widerstand, der Nationalsozialismus folgen konnte.

https://www.facebook.com/events/653905188057221/

07.10.14 // Zur Geschichte der Situationistischen Internationale und der Selbstkritik der Kunst

Die Situationistische Internationale um Guy Debord wird in bestimmten Zusammenhängen zumeist als Organisation eines revolutionstheoretisch zugespitzten, undogmatischen Marxismus verstanden, der seinen vermeintlich grössten Erfolg im Pariser Mai 68 feiern konnte, während sie im universitären Milieu der Kultur-, und Geisteswissenschaften als vorbildliches Beispiel einer interventionistischen Praxis der entgrenzten Künste institutionalisiert wird. Der Vortrag beansprucht die S.I. entgegen dieser Abstraktion von ihrer Geschichte als letzte Form der konsequenten Radikalisierung einer politischen Selbstkritik der Kunst zu beschreiben, die sich mit dem Auftreten der spektakulären Revolten der Zwischenkriegszeit herausbildet und in 68 ihren wesentlichen Mangel offen ausdrückt.

https://www.facebook.com/events/873935962617391/

01.07.14 // Sommerbeginn

Sommerbeginn AntifaCafé!

Vielleicht werden wir das bisher vergangene Jahr 2014 revue passieren lassen, vielleicht (und oder beides) fröhnen wir nur dem Hedonismus – essen, trinken, plaudern.

Wir freuen uns drauf!
In den nächsten Monaten nur noch sporadisch!

https://www.facebook.com/events/747203698663024/

17.06.14 // CasaPound und Neo-Faschismus in Italien

CasaPound ist eine neo-faschistische Organisation in Italien, die seit 2003, auch im Kontext der ökonomischen Krise in Italien, stetig an Einfluss gewinnt. In der Selbstdarstellung sprechen sie von einem “Faschismus des 3 Jahrtausends” und beziehen sich dabei vor allem auf den italienischen Faschismus in der “Bewegungsphase”, mit einem Selbstverständnis einer revolutionären Massenbewegung “von Unten”. Neben ihrer politischen Agitation versucht CasaPound auch einen pseudorebellischen Lifestile mit neofaschistischem Kulturprogramm zu kreieren. Dabei bedienen sie sich Praktiken die bislang in Italien links konnotiert waren, wie Hausbesetzungen und autonome Stadtteilpolitik.

CasaPound bespielt mittlerweile mehrere besetzte Häuser in verschiedenen italienischen Städten, betreibt Buchläden, ein Theater, Bibliotheken, Kneipen usw. Sie organisieren Rechtsrockkonzerte, Lesungen etc. Sie geben sie rebellisch und non-konformistisch, propagieren aber zugleich (z.B.) reaktionäre Frauen- und Familienbilder. Sie hetzten gegen alles “nicht-italienische” und bedienen sich dabei rassistischer und nationalistischer Propaganda. Dabei bleibt es jedoch nicht bei aggressiver Rhetorik. Vor Allem Migrant*innen bzw. von CasaPound als “nicht-italienisch” wahrgenommene Menschen, aber auch “Linke”, sind oft das Ziel von dirketer Gewalt CasaPounds. CasaPound gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten neo-faschistischen Bewegungen in Europa. Aber es gibt auch Widerstand dagegen.

Darüber sprechen wir mit Antifaschist*innen aus Bologna, u.a. mit:

*Emma Gi, Autorin von: * */Millenial Fascism/. An Anthroplogical Study on CasaPound Italia. *

***english version***

Discussion: CasaPound and Neofascism in Italy

CasaPound is a neofascist association spreading out in Italy since 2003, especially in the context of the economic crisis in in Italy. It defines itself as a representative of the “third millenium fascism” and refeers on the historic fascism in Italy in the stage of movement, before coming into power. Their Self-image is a national-revolutionary mass-movement “from below”.

Besides their political prapaganda they try to create an neo-fascist, pseudo-rebelious lifestyle. Therefore they use also left scene’s traditional topics as squating, autonomous city-politics and anti-crisis protest. In serveral italian cities they have squats, bookstores, a theater, bars etc. They pretend to be rebelious and “non-conform” (a term often used by CP). But behind the aura of rebellism, this association hides racism, nationalism, and violence. They agitate against everything that they do define as “not-italian”. Mostly migrants, but also leftist initiatives, are the goals of their direct violence. At the moment CasaPound is one of the most successful and dangerous neo-fascist organisations in europe. But there is also also resistance.

We will talk about taht with anti-fascists from Bologna, among others:

*Emma Gi, author of:**/Millenial Fascism/. An anthropological Study on CasaPound Italia.*

17.06.2014, 19.00 Antifa Café @DasBaeckerei, Tannengasse 1, 1150 Wien (Veranstaltung auf Englisch mit deutschspracher Flüsterübersetzung / event in english with german sussurate translation)

https://www.facebook.com/events/645850408837175/

03.06.14 // KEIN MAL UND NIE WIEDER - Infos & Updates

Ein Tag vor der NOWKR Demo gegen das Fest der Freiheit wird es im Rahmen des AntifaCafés letzte Updates, Einschätzungen und Diskussionen zum geplanten Aufmarsch der Burschenschaften geben.
Diese wollen sich am 04. Juni unter dem Motto „Fest der Freiheit“ als Revolutionäre und Freiheitsliebende darstellen, um so eine Aussöhnung mit der Gesellschaft zu erreichen. Weshalb Burschenschaften für alles andere als Freiheit stehen und warum wir ihren Aufmarsch stören wollen, werden wir in einem kleinen Input-Vortrag erläutern. Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion und Einschätzungen zum Aufmarsch der Nazis.

Näheres zum Fest der Freiheit, News und der Aufruf unter:
https://freiheit.blogsport.at/

Facebook-Veranstaltung zur NOWKR Demo, 11 Uhr Unirampe:
https://www.facebook.com/events/302776853218039

MASSAKER, VERTREIBUNG, DEPORATION
DAS IST EURE TRADITION!

▼ Kommt am 04. Juni alle um 11 Uhr zur Unirampe! ▼
Lasst euch von der Repression nicht einschüchtern!
Antifaschismus ist und bleibt notwendig!

ALERTA ANTIFASCISTA!

eine Veranstaltung von NOWKR im Rahmen des AntifaCafé, welches jeden 1. und 3. Dienstag im Monat in dasBäckerei (Tannengasse 1) stattfindet. Es soll als Raum für Austausch, Vernetzung und Plauderei dienen – frei von Sexismus, Rassismus und anderen Diskriminierungsformen. Still loving Antifa!

https://www.facebook.com/events/648090615259252/

06.05.14 // Burschi-“Fest der Freiheit”: Kein Mal und nie wieder!

Info- und Mobiveranstaltung, Vortrag und Diskussion

Am 4. Juni 2014 wollen die Burschenschaften des Wiener Korporationsrings (WKR) zusammen mit der FPÖ, einen Marsch durch die Wiener Innenstadt abhalten. Von der geplanten Diskussionsveranstaltung ist nach der Absage Pilz nichts mehr zu hören gewesen. Weiter bleibt unklar, was von Seiten der Burschenschafter an dem Tag passiert.

Infos und Hintergründe: freiheit.blogsport.at

Das Antifa-Café findet jeden ersten und dritten Dienstag des Monats in den Räumen von das Bäckerei statt. In der Regel wird es mit Vorträgen, Mobi- und Diskussionsveranstaltungen bespielt, außerdem gibt es Film- und Buchvorstellungen, aber auch einfach nur verrauchte Gemütlichkeit. Wir versuchen an jedem Abend vegane Speisen zu freien Preisen anzubieten, kühle Getränke gibt es garantiert. Es soll Raum geschaffen werden sich zu informieren, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Das Antifa-Café-Plenum steht unter Vorbehalten allen offen. Es versteht sich von selbst, dass es im Café keinen Platz für Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Nazis, Homophobie und andere Widerwärtigkeiten gibt! Für eine starke, antifaschistische Linke! Bis zum nächsten Dienstag.

https://www.facebook.com/events/1411030745836538/

01.04.14 // Filmscreening 161 > 88

Der Film 161 > 88 dokumentiert mehr als 20 Jahre des antifaschistischen Kampfes in Tschechien. Der Schwerpunkt liegt auf den Entwicklungen in der Hauptstadt Prag, doch werden darüber hinaus landesweite antiziganistische Proteste thematisiert sowie die Entstehung der extremen Rechten nachgezeichnet. Neben eindrucksvollen Momentaufnahmen wird einzelnen Aktivisten die Möglichkeit gegeben, ihre Analyse der gesamtgesellschaftlichen als auch antifaschistischen Entwicklung zu äußern. Dass sich diese Meinungen, insbesondere mit Blick auf die militante antifaschistische Bewegung, sehr differenziert darstellen, ist ein Gewinn für den_die Zuschauer_in. Gerade dadurch wird es möglich, einen Blick auf die weit gefächerten Debatten zu werfen, die der Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus ausgelöst hat. Gleichzeitig wird deutlich, dass antifaschistische Konzepte dann erfolgreich sind, wenn nicht ein Einzelnes als das einzig »Wahre« verteidigt wird, sondern Aktionsformen und Organisierung diskutiert, erstritten und vor allem ausprobiert werden.

Filmscreening und anschließender Diskussion

161 > 88
99 Min.; 2012
mehr Informationen und Bestellmöglichkeit: www.antifa.cz

https://www.facebook.com/events/238635546320405/

18.03.14 // Werttheorie des Postoperaismus

Werttheorie des Postoperaismus
Dienstag, 18.03, 19:00 in dasBäckerei

Vortrag von Philipp Metzger
und anschließender Diskussion mit Grundrisse (angefragt).

Wenn man den beiden Shootingstars des Neo­marxismus – Michael Hardt und Antonio Negri – glauben darf, ist es um radikale Gesellschaftskritik doch gar nicht so schlecht bestellt, wie oft an­genommen: Schon in der Tatsache, dass Wissen und Bildung im Zuge der Globalisierung besser verfügbar werden, läge die Möglichkeit gesell­schaftlicher Emanzipation. Die Autoren zweifeln die marxsche Werttheorie an und verklären immaterielle Arbeit zur Möglichkeit „für eine Art des spontanen und elementaren Kommunis­mus“. Philipp Metzger vom Institut für kategoriale Analyse (Inkatan) aus FF/M wird die Werttheorie von Michael Hardt und Antonio Negri sowie die zugrunde liegenden geschichtsphilosophischen Prämissen vorstellen und kritisieren.

https://www.facebook.com/events/653202961418184/

04.03.14 // Eindrücke und Diskussion: „Tag der Ehre“ - Budapest

Eindrücke zum (Neo-)Nazi-Event, „Tag der Ehre“ am 08.02.2014 in
Budapest. Diskussion über völkisch-nationalistische Tendenzen in Ungarn.

„Tag der Ehre“ – Budapest

Auch heuer fand in Budapest am zweiten Februar-Samstag (heuer: 8.2.) der
„Tag der Ehre“ (Becsulet Napja) statt. Mittlerweile ist der „Tag der
Ehre“ zu einem der wichtigsten Nazi-Aufmärsche Europas gewoden. Seit
1997 gedenken an diesem Tag Nazis und Neo-Nazis aus ganz Europa an den
„Ausbruch der ungarischen Volksfront aus der Belagerung der Roten Armee“
am 11. Februar 1945. (Neo-)Faschistische und Völkisch-Nationalistische,
rechts-militante, aber auch bürgerliche Gruppen, Parteien und
Einzelpersonen (darunter z.B. Blood and Honour und die „Nationale
Revolutionäre Front“) treffen sich hierfür am Vormittag am zentralen
Burgberg im Stadtteil Buda zu Gottesdienst und Kranzniederlegung, um
dann mit dem Kitöres60 (Ausbruch60, Link auf die Nazi-Seite:
http://www.ausbruch60.de/) zu starten. Hierbei handelt es sich um drei
als Sportveranstaltung getarnte Märsche (25km, 35km und 60km) in die
umliegenden Wälder, die den Ausbruch von 1945 nachstellen, und die
Waffen-SS ehren sollen: Nazis, in Uniformen aus dem Zweiten Weltkrieg
gekleidet, wandern Soldaten-denkmäler oder -gräber, beziehungsweise
andere historisch relevante Orte ab, um ihre Verbundenheit mit den
„ehrenwerten Verteidigern“ auszudrücken. Mit Kriegsmunition und anderen
symbolträchtigen Gegenständen (welche laut den Veranstaltenden nur der
Authentizität dienen sollen, und keine politische Aussage sind), werden
an besagten Orten Beweisfotos für das Durchhaltevermögen, der
Männlichkeit und des nationalen Stolzes der Teilnehmenden gemacht.
Die Feierlichkeiten und Aktionen rund um den „Tag der Ehre“ sind
Ausdruck revisionistischer und völkischer Tendenzen in großen Teilen der
ungarischen Gesellschaft. Die aktuell herrschende Politik in Ungarn
stützt sich auf völkisch-nationalistische Hetzte, vor Allem gegen Roma,
Obdachlose und Jüd*innen. Aktionen und Proteste von linken
Gruppen/Personen gegen den „Tag der Ehre“ sind bisher eher klein
ausgefallen. Umso wichtiger ist es, den Tag bekannt(er) zu machen, damit
er zukünftig nicht mehr so reibungslos stattfinden kann.
An diesem Abend wollen wir ein Wenig unsere Eindrücke vom heurigen „Tag
der Ehre“ in Budapest berichten, mit euch über völkisches
Krisenmanagement in Ungarn reden und über Möglichkeiten von
Beteilligungen aus Wien an den Gegenaktionen nächstes Jahr in Budapest
diskutieren.

https://www.facebook.com/events/483918445064525/

04.02.14 // Schwarzer Freitag und wie weiter?

Nachbereitung der Demonstrationen gegen den sogenannten Akademikerball. Updates, Infos und Austausch zu Repression, Festnahmen und Verwaltungsstrafen.

Das AntifaCafé wird gemeinsam mit dem Solidaritätskollektiv „SOLI2401“ veranstaltet. Mehr Infos unter:
soli2401.blogsport.eu

DON’T LET THE SYSTEM GET YOU DOWN!

Das Antifa-Café findet jeden ersten und dritten Dienstag des Monats in den Räumen von das Bäckerei statt. In der Regel wird es mit Vorträgen, Mobi- und Diskussionsveranstaltungen bespielt, außerdem gibt es Film- und Buchvorstellungen, aber auch einfach nur verrauchte Gemütlichkeit. Wir versuchen an jedem Abend vegane Speisen zu freien Preisen anzubieten, kühle Getränke gibt es garantiert. Es soll Raum geschaffen werden sich zu informieren, sich auszutauschen und zu vernetzen.

https://www.facebook.com/events/216710838531100/

21.01.14 // NOWKR Info-Updates & Rechtshilfe-Tipps

It’s the final countdown …

In gemütlichem Rahmen gibt es am kommenden Dienstag die Möglichkeit sich die letzten Infos und neusten Entwicklungen rund um die NOWKR-Proteste persönlich abzuholen.

Außerdem gibts nen Input zur rechtlichen Situation auf und rund um Demos:

– Was „darf“ die Polizei (nicht)? (Und was tut sie trotzedem.)
– Was tun bei einer Festnahme, Polizeirepressionen, als Zeug*in?
– Verwaltungsstrafen, Strafbestände, Vermummung, etc
– Was nehm ich mit was lass ich daheim?
– …

https://www.facebook.com/events/276614785828399/

07.01.14 // „Wir sind die letzten Zeugen“ - ein Abend mit dem Shoah-Überlebenden Rudi Gelbard

Rudi Gelbard wurde im Dezember 1930 als Sohn einer assimilierten jüdischen Familie in Wien geboren. Früh sah sich Rudi mit dem antisemitischen Furor der gewöhnlichen Wiener und Wienerinnen konfrontiert, er erlebte aber auch Solidarität, insbesondere von jenen, die selbst als „Schlurfs“ verfolgt wurden. 1942 wurde er gemeinsam mit seinen Eltern in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Nach der Befreiung kehrte er im Mai 1945 nach Wien zurück. Als Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde, des Bundes sozialdemokratischer Freiheitskämpfer, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist_innen und im Vorstand des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes kämpft er bis heute gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus – egal welcher Couleur.

Vortrag und Diskussion über die nationalsozialistische Verfolgung und den Widerstand, das Überleben im Lager und die schwierige Rückkehr in ein Land, dessen Bewohner_innen sich mehrheitlich nicht für das Leiden der NS-Opfer interessierte, die Kämpfe gegen den Neonazismus und den Antisemitismus, der sich heute so gerne als Antizionismus tarnt.

https://www.facebook.com/events/1400699210172864/

17.12.13 // NOWKR 2014 – Info- und Mobilisierungsveranstaltung gegen den 2. Wiener Akademikerball

Am 24.Jänner 2014 findet zum zweiten Mal der Akademiker-Ball, die Neuauflage des Balls des Wiener Korporationsrings, in den Räumlichkeiten der Wiener Hofburg statt. Der WKR, welcher neben dem Ball auch andere einschlägige Veranstaltung wie das Totengedenken am 8. Mai oder das Gedenken an den NS-Helden Walter Nowotny organisiert, ist ein Zusammenschluss von mehr als zwanzig lokalen Studentenverbindungen, die sich politisch in einem Spektrum zwischen „national-freiheitlich“, völkisch-deutschnational und offen rechtsextrem bewegen. Doch nicht nur Burschis, FPÖler und Nazis geben sich dort die Klinke in die Hand, auch die extreme Rechte Europas nutzte und nutzt das Tanzparkett der Hofburg zur Vernetzung und als rechtsextremes Gesellschaftsereignis.

Was ist der WKR/Akademiker-Ball und welche Relevanz haben Burschenschaften in Österreich, nicht zuletzt auch in der Geschichte des Rechtsextremismus nach 1945 bis heute? Und was hat das mit der FPÖ und den Europawahlen 2014 zu tun? Ist der WKR-Ball mittlerweile für die radikale Linke ein wichtigerer Event geworden als für die Burschis? Neben dieses und weiteren Fragen soll es auch um das Dilemma des Antifaschismus gehen, in dem die radikale Linke wie in einem Hamsterrad gefangen bleibt, solange die Bereitschaft zum Unsäglichen, der Umschlag von Verwertung in Vernichtung, fortwest, in den Menschen wie in den Verhältnissen, die sie umklammern.

https://www.facebook.com/events/193976617459199/

05.11.13 // Völkisches Krisenmanagement in Ungarn - Vor­trag und Dis­kus­si­on mit Karl Pfei­fer, Wien

Seit dem Re­gie­rungs­wech­sel von der so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei (MSZP) zur rech­ten Fi­desz-KD­NP von Mi­nis­ter­prä­si­dent Vik­tor Orbán 2010 ist in Un­garn Eth­no­na­tio­na­lis­mus zu­neh­mend struk­tu­rie­ren­des Mo­ment der of­fi­zi­el­len Po­li­tik ge­wor­den. Wäh­rend auf dem Ge­biet der Po­li­tik die Fi­desz-KD­NP mit der rechts­ex­tre­mis­ti­schen Job­bik-Par­tei kon­kur­riert, gibt es weit­ge­hen­de ideo­lo­gi­sche Über­ein­stim­mung zwi­schen den bei­den Par­tei­en. Die Re­gie­rung ver­sucht, sich im Aus­land als Be­schüt­zer der Juden und För­de­rer der Roma dar­zu­stel­len, wäh­rend sie im In­land oft ge­mein­sa­me völ­ki­sche Sache mit Job­bik macht bzw. deren Vor­schlä­ge ver­wirk­licht. Ei­ni­ge re­gie­rungs­na­he Me­di­en be­trei­ben of­fe­ne ras­sis­ti­sche Hetze. Neo­na­zi­ban­den kön­nen in Un­garn in dicht von Roma be­wohn­ten Orten un­be­hel­ligt auf­mar­schie­ren und deren Be­woh­ne­rIn­nen be­dro­hen und schi­ka­nie­ren. Di­rek­te An­grif­fe auf Jü­din­nen und Juden, etwa die For­de­rung nach einer Auf­lis­tung aller jü­di­schen Ab­ge­ord­ne­ten im Par­la­ment neh­men zu. In der Wirt­schafts­po­li­tik wird eine re­gres­si­ve Na­tio­na­li­sie­rungs­stra­te­gie ver­folgt, die mit­hil­fe an­ti­se­mi­ti­scher Töne Stim­mung gegen das Fi­nanz­ka­pi­tal macht. Wäh­rend­des­sen geht Orbáns Re­gie­rung gegen die Armen der Ge­sell­schaft, ins­be­son­de­re gegen Ob­dach­lo­se und Roma, vor.

Der Jour­na­list Karl Pfei­fer be­schäf­tigt sich seit vie­len Jah­ren mit dem Wie­der­er­star­ken von An­ti­se­mi­tis­mus und An­ti­zi­ga­nis­mus in Eu­ro­pa. In Wien ge­hört er dem Ku­ra­to­ri­um des Do­ku­men­ta­ti­ons­ar­chivs des Ös­ter­rei­chi­schen Wi­der­stands (DÖW) an und re­cher­chiert dort zu neo­na­zis­ti­schen Be­we­gun­gen. Er war jah­re­lang Re­dak­teur der Ge­mein­de , des Or­gans der Is­rae­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de in Wien, und Kor­re­spon­dent des is­rae­li­schen Ra­di­os. Im Früh­jahr 2013 ver­öf­fent­lich­te er sein au­to­bio­gra­fi­sches Buch Ein­mal Pa­läs­ti­na und zu­rück.

05.11.2103, 19 Uhr, das­Ba­ecke­rei (Tan­nen­gas­se 1/Ecke Fel­ber­stra­ße, 1150 Wien)

https://www.facebook.com/events/532144693533337

29.10.13 // Da.Sein - Film­prä­sen­ta­ti­on mit an­schlie­ßen­der Dis­kus­si­on mit den Fil­me­ma­cher_in­nen

Die Schau­plät­ze von Da.Sein sind u.a.: Sokodé, zweit­größ­te Stadt Togos, in den 1990er-Jah­ren Wi­der­stands­hoch­burg gegen das re­pres­si­ve Re­gime von Prä­si­dent Gnas­singbé Eyadéma. Die 20-Mil­lio­nen-Me­tro­po­le Lagos, aus der Per­spek­ti­ve eines Hin­ter­zim­mers, eines Fuß­ball­plat­zes und eines fah­ren­den Autos. Ein Re­fu­gee-Pro­test­camp in Ham­burg. Wien: Ot­ta­kring, Fa­vo­ri­ten, West­bahn­hof, eine Sport­an­la­ge.

Unter den Prot­ago­nis­t_in­nen: eine Kran­ken­pfle­ge­rin und ihr Sohn. Ein Fuß­ball­spie­ler. Ein ehe­ma­li­ger Chauf­feur, der gerne Bus­fah­rer wäre. Die Be­trei­be­rin einer klei­nen Schnei­de­rei. Eine Blei­be­rechts­ak­ti­vis­tin und Fa­mi­li­en­ver­sor­ge­rin. Ein be­lieb­ter Par­ty-DJ. Mit ihnen haben Aylin Ba­sa­ran und Hans-Ge­org Eberl In­ter­views ge­führt und sie einen Monat lang mit der Ka­me­ra in ihrem All­tag be­glei­tet. Die Er­zäh­lun­gen han­deln von trau­ma­ti­schen Ge­walt­er­fah­run­gen und aus­ein­an­der­ge­ris­se­nen Be­zie­hun­gen, von ver­lo­re­nen Hoff­nun­gen und Rech­ten. Von be­hörd­li­chem Ras­sis­mus und Zer­mür­bungs­t­er­ror „da“ und po­li­ti­scher Ver­fol­gung „dort“, aber auch von Wi­der­stand und So­li­da­ri­tät. Und von Ver­su­chen, sich durch den er­zwun­ge­nen Bruch im ei­ge­nen Leben nicht un­ter­krie­gen zu las­sen.

Die Ab­schie­bung von Men­schen aus Eu­ro­pa ist all­täg­li­che in­sti­tu­tio­nel­le Pra­xis. Da.Sein will eine Platt­form sein für jene Stim­men, die Teil der eu­ro­päi­schen Ge­sell­schaf­ten waren, aber durch das ge­walt­sa­me Her­aus­rei­ßen un­sicht­bar ge­macht wur­den. Der Film be­haup­tet kei­nen An­spruch do­ku­men­ta­ri­scher Neu­tra­li­tät, son­dern ver­schreibt sich einer par­tei­ischen und so­li­da­ri­schen Per­spek­ti­ve, ohne dabei den Blick für die un­ter­schied­li­chen Fa­cet­ten sub­jek­ti­ver Er­fah­run­gen und Hand­lungs­stra­te­gi­en sei­ner Prot­ago­nis­t_in­nen zu ver­lie­ren.

Diens­tag 29.10.2013
19:00 Uhr das Bäckerei, Tannengasse 1/Ecke Felberstraße, 1150 Wien

https://www.facebook.com/events/168821003324258

02.07.13 // Support Budapest Pride! - Informations- und Mobilisierungsveranstaltung

Am 6.7.2013 findet in Budapest die jährliche Regenbogen/Pride-Parade statt. Die Demonstration für die Rechte von LGBTQ-Menschen wurde in den letzten Jahren mehrmals von faschistischen Gruppen angegriffen, von der Polizei verboten und mit staatlicher Repression bekämpft. Angesichts dieser Vergangenheit und der aktuellen völkisch-autoritären Entwicklungen in Ungarn wollen wir Solidarität zeigen und entschlossen an der Pride teilnehmen.

Im Rahmen des Antifa Cafés soll über die aktuelle Situation in Ungarn, die Pride im Allgemeinen und unsere Erwartungen an die Demonstration informiert werden. Es soll genügend Raum für eine inhaltliche Diskussion sowie organisatorische Fragen/Bedenken zur Teilnahme geschaffen werden.

18.06.13 // Einführung in das Definitionsmachtkonzept - Vortrag mit anschließender Diskussion

Das Definitionsmachtkonzept ist inzwischen den meisten Leute in linksradikalen Zusammenhängen ein Begriff. Es besagt, dass nur die betroffene Person selbst definieren kann, was sie als (sexualisierte) Gewalt erlebt. Dennoch stößt das Konzept immer wieder auf Unverständnis, und die Durchsetzung der Definitionsmacht in der Praxis bleibt oft schwierig. In diesem Vortrag wird auf die gängigen Umgänge mit sexualisierter Gewalt in der Gesellschaft eingegangen sowie auf die Bedeutung und Auswirkung von sexualisierter Gewalt für Betroffenen. Ausgehend von diesen Umständen wird ersichtlich, warum Definitionsmacht sich im Umgang mit sexualisierter Gewalt bewährt – auch in unseren Szenen.

Ein Gedanke zu „Antifa Café

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