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Antifa Café 2.0: Die Situation für Geflüchtete in Griechenland

Antifa Café Livestream: Die Situation in Griechenland und das EU-Grenzregime

Mit:
▪️ Katerina Anastasiou von Transform Europe
▪️ Michael Trammer, Foto- und Videojournalist
▪️ Zwei Genossen der URA Dresden, die sich aktuell auf Lesbos befinden

### Der Livestream startet um 19 Uhr. Der Link wird eine halbe Stunde zuvor hier in die Facebook-Veranstaltung gestellt ###

Die Lage in Griechenland spitzt sich weiter zu. An der Grenze zur Türkei gehen die Repressionsorgane mit massiver Gewalt, vom Beschuss mit Tränengas über Misshandlungen bis hin zum Einsatz von scharfer Munition, gegen Schutzsuchende vor. Währenddessen wütete auf der Insel Lesbos der faschistische Mob. Geflüchtete, Helfer*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen wurden massiv angegriffen und Infrastruktur wird gezielt zerstört. Die griechischen Behörden lassen die Rechtsextremen gewähren und ermutigen sie gerade dadurch zu ihrem Handeln. Zur Zeit breitet sich das Coronavirus auf Lesbos aus und stellt damit eine akute, teils lebensbedrohliche Situation für die Menschen in den geschlossenen Lagern dar.

Aktivist*innen vor Ort berichteten, dass die Situation vor allem an den Wochenenden äußerst brisant ist, da dann viele organisierte Faschist*innen vom Festland anreisen um dort Jagd auf Refugees und deren Unterstützer*innen zu machen. Auch aus dem Ausland reisten organisierte Nazis an, so beispielsweise aus Deutschland und Österreich. Dass ein paar von ihnen auf Lesbos tatkräftig von lokalen Antifaschist*innen begrüßt und direkt wieder verabschiedet wurden, ist angesichts der fatalen Situation auf der Insel nur ein schwacher Trost.

Die Angriffe der Faschist*innen sind die konsequente Fortführung einer europäischen Abschottungspolitik. Das Leid der Geflüchteten wird billigend in Kauf genommen und dient als Abschreckungsfaktor. Die Lager auf den griechischen Ägäisinseln, allen voran das völlig überfüllte Lager Moria auf Lesbos, sind schon seit Jahren Gefängnisse für Menschen auf der Flucht.

Wir wollen gemeinsam mit dem Fotojournalisten Michael Trammer, der selbst auf Lesbos gearbeitet hat und von einer Gruppe Rechtsextremer angegriffen und verletzt wurde, der Aktivistin Katerina Anastasiou, die sich bei Transform Europe mit den Bereichen Migration und Militarisierung beschäftigt, und zwei Genossen der URA Dresden, die sich aktuell auf Lesbos befinden, über die Situation in Griechenland diskutieren, die Geschehnisse politisch analysieren und gemeinsam überlegen, was wir tun können.