AllgemeinArtikel, Berichte, Redebeiträge & Texte

FASCHIST*INNEN ABSCHIRMEN – Erfolgreiche Aktion gegen die „Identitäre Bewegung“ in Wien

Heute (18.04.2018) wurde der Infostand der neofaschistischen „Identitären“ in der Wiener Innenstadt mit erfolgreichem Protest begleitet. Antifaschist*innen schirmten die Neofaschist*innen wortwörtlich über mehrere Stunden lang von der Öffentlichkeit ab. Die Polizei entschied sich jedoch den Protest gewaltsam aufzulösen. Es kam zu mehreren kurzzeitigen Anhaltungen. Die erfolgreiche Protestform heute wurde zwar durch die unnötige und brutale Vorgehensweise der Polizei getrübt, dennoch gelang es den Antifaschist*innen den „Identitären“ klar zu machen, dass sie mit ihrer menschenverachtenden Propaganda weder in Wien noch anderswo erwünscht sind!

Flyer-Text:

Heute wollen die neofaschistischen „Identitären“ in Wien mit einem Infostand „mit Kritikern und Sympathisanten ins Gespräch“ kommen. Hinter dem Ruf nach „Meinungsfreiheit“ und „Dialog“ verstecken sich jene, die ungehinderte Propagandatätigkeiten für Rechtsextreme beanspruchen wollen. Den „Identitären“ geht es um ein rassistisches, völkisches Weltbild nach dem die Welt geordnet werden soll. Ihre Forderung nach „Identität“ ist zugleich die Forderung nach dem Ausschluss und der Vernichtung des „Fremden“ und Nichtidentischen. Die ideologische Funktion liegt darin begründet, Einschluss und Rechte der Einen zu fordern, und den Ausschluss der Anderen. Mit dem Nationalsozialismus wollen die „Identitären“ aber nichts zu tun haben und das obwohl sich einige ihrer führenden Mitglieder vor nicht allzu langer Zeit im Dunstkreis des Neonazis Gottfried Küssel aufhielten. Die Vordenker des italienischen und deutschen Faschismus, auf welche sich die „Identitären“ beziehen, sollen von jeglicher Beteiligung an der ideologischen und kulturellen Etablierung des Nationalsozialismus freigesprochen werden, um sich – ohne Auschwitz denken zu müssen – auch heute noch auf den Faschismus beziehen zu können.

Keine Toleranz für menschenverachtende Ideologien!
Reaktionäre Ideologien wie Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Antifeminismus lassen sich nicht alleine bei ausgemachten Nazis und Faschist*innen antreffen, sondern sind weit in der kapitalistischen Gesellschaft verankert. Gerade deshalb, und nicht weil wir den Neofaschist*innen der „Identitären“ eine große Bedeutsamkeit zumessen, gilt es Rechtsextremen bei ihren öffentlichen Auftritten jeglichen Handlungsspielraum zu nehmen. Sie sind der Lautsprecher für Ressentiments und Hetze, eine Hetze die sich schlussendlich auch in Gewalt gegen all jene entlädt, die nicht in ihr völkisches, rassistisches Weltbild passen.

Es gilt, daran zu erinnern, dass die Worte der extremen Rechten nicht bloße Ideen unter anderen sind, sondern den Anreiz zu Ausschluss, Gewalt und Verbrechen enthalten. Deshalb schirmen wir hier und heute die Neofaschist*innen ab, damit sie nicht ungehindert ihrer menschenverachtenden Propagandatätigkeit nachkommen können.

SMASH FASCISM!