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Burschentag kann uns mal – Eysn zu Altmetall

Anlässlich des 50. Stiftungsfests der c.P! Eysn findet der Burschentag des Österreichischen Pennäler Rings (ÖPR) heuer in Steyr statt. Definitiv kein Grund zum Feiern! Die c.P! Eysn zählt als Jugend- und Schülerverbindung, dem Vorbild traditioneller Burschenschaften folgend, zu einem der zahlreichen Männerbünde in Österreich, welche unter dem Leitspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland“ mit Käppchen, Schärpe und Säbel um neue Bundesbrüder werben. Burschenschaften sind Schwurgemeinschaften von Männern, die durch feste Rituale und Regeln geprägt sind. Zentrales Merkmal ist der Ausschluss von Frauen und allen, die nicht dem „heroischen und ehrenhaften“ Männlichkeitsbild entsprechen – wie z.B. Juden und Homosexuelle.

Alle Infos zu Kongress und Demo unter: www.gegen-burschentag.at/

Von der angepriesenen „idealen Männlichkeit“ haben die Burschenschaften auch eine ziemlich klare Vorstellung. So beschwören sie beispielsweise in ihren Liedern zentrale Merkmale der von ihnen angestrebten, kompromisslos patriarchalen Gemeinschaft. Ein Mann muss demnach ehrhaft, treu, leistungsbereit und diszipliniert sein. Als elementare Ausdrucksformen dafür gelten ihnen u.a. das Fechten der Mensur sowie übermäßiger Alkoholkonsum.

Der ÖPR kann weiters als deutsch-völkischer Dachverband eingestuft werden. Das bedeutet, dass nur Männer, die sich der deutschen Kultur-Nation zurechnen (bzw. zugerechnet werden), beitreten können. Ziel ist es, die kulturelle (deutsche) Identität zu erhalten und gegen alles „Fremde“ zu verteidigen.

Obgleich aller burschenschaftlichen Legenden stellt der Antisemitismus seit der Gründung der „Urburschenschaft“ 1815 ein konstantes Element dar. Heute äußert sich dieser zwar versteckter, aber deswegen nicht weniger drastisch. Etwa dann, wenn von geheimen Machthaber_innen, die im Hintergrund die Fäden ziehen, die Rede ist, oder Menschen andere, angeblich jüdische Merkmale zugeschrieben werden.

Der traditionelle Nationalismus, sowie teilweise exzessiv ausgelebte Rechtsextremismus, machen Burschenschafter zu idealen FPÖ Kandidaten. Ein Naheverhältnis zur FPÖ und ihren Vorfeldorganisationen besteht übrigens auch in Steyr. Dass die „alten Herren“ ihren Nachfolgern in der (partei-)politischen Karriere, dann auch gerne einmal unter die Arme greifen versteht sich von selbst. So hat sich mittlerweile bereits eine Vielzahl von Burschenschaftern bis ins Parlament gearbeitet. Doch auch weniger weit rechts stehende Verbindungen – wie die des katholischen Cartellverbandes – fungieren als Seilschaften in Politik und Wirtschaft.

Burschenschaften pflegen traditionelle Geschlechterbilder, welche Frauen in den private Kinder-Küchen Bereich verbannt. Sie werden als das schwache, emotionale Geschlecht definiert, unfähig zu reflektiertem Denken und logischem Handeln. Unser Protest richtet sich nicht nur gegen sexistische Burschenschaften, sondern gegen die patriarchale Gesamtscheiße.