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8. Mai: Ein Fest der Befreiung

Wer nicht feiert, hat verloren!

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Am 8. Mai 2010 jährt sich zum 65. Mal die Zerschlagung der nationalsozialistischen Herrschaft. An diesem Tag feiern wir die Niederlage des deutschen Reiches, das Ende von Mord und Unterdrückung, die Befreiung der Gefangenen aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern – und trauern um die Ermordeten der Shoah. Ebenso trauern wir um die ermordeten Homo–sexuellen, Roma und Sinti, Euthanasie-Opfer, „Asozialen“ und politischen Gegner_innen des Nationalsozialismus. Am 8. Mai feiern wir diejenigen und danken denjenigen, die diesem Treiben ein Ende setzten. Gleichzeitig bleibt aber das Entsetzen, dass die Niederlage der Nazis um so vieles zu spät erfolgte und dass essenzielle „Errungenschaften“ des NS bis heute weiterbestehen.

Resultate des NS, wie die Stiftung einer Volks–gemeinschaft, ihre innige Beziehung zum Staat sowie dürftige Bemühungen, offenen Antisemitismus durch andere Formen wie den Antizionismus zu verdecken, bestimmen den Charakter der Nachfolgestaaten. Das Schweigen über die eigene Beteiligung an der Shoah wirkt einigend und entlastend; die Behauptung, erstes Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein, wurde zur Gründungslüge Österreichs, die vor allem gegen die Überlebenden der Verfolgung oft in Stellung gebracht wurde und noch immer wird. Während die österreichische Öffentlichkeit gar nichts bis wenig zum 65. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zu sagen hat, sind die Einzigen, die am 8. Mai Gedenkveranstaltungen abhalten, Rechtsextreme, Burschenschaften und Neonazis, die der untergegangenen Volksgemeinschaft hinterher trauern.

Aus diesem Grund wollen wir die Niederlage der Nazis am 8. Mai 1945 feiern und danken u.a. dem Einsatz der Roten Armee, die mit ihrem Beitrag zur Befreiung die größten Opfer hinnehmen mussten; aber wollen auch dem burschenschaftlichem Heldengedenken entschieden entgegentreten.

In diesem Sinne: Wer nicht feiert, hat verloren!
NS-Kontinuitäten brechen!

Weitere Infos zum Befreiungsfest und den gesamten Aufruftext findet ihr auf: achtermai.at.tf